Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1910)
- Article
- Berlin
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 25 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. nicht mit offenen Verkaufsstellen verbunden sind, an Sonntagen und allgemeinen Festtagen auf zwei Stunden zu beschäftigen, insoweit die jüdischen Geschäftsinhaber im voraus sich verpflichten, ihre Geschäfte an Sabbaten und jüdischen Feiertagen fest geschlossen zu halten." Gleichzeitig wandte sich der Verband mit dem Ersuchen um Unterstützung dieser Bestrebungen an sämtliche Handelskammern. Als Anfang dieses Jahres die Gewcro^o^uEl-on des Berliner Magistrats eine Umfrage betreffend eine weitere Beschränkung der Sonntagsarbeit in offenen Geschäften versandte, hat der Verband der deutschen Juden auch hier durch eine Eingabe darauf hingewiesen, daß eine ausnahmslose Untersagung jedes Handelsbetriebes an Sonntagen und christlichen Feiertagen nicht geboten erscheine. Die nunmehr seitens der Regierung in Aussicht gestellte Regelung trägt jenen Anträgen Rechnung und würde eine Sonntagsarbeit jüdischer Angestellter in nicht offenen Geschäftsräumen bei Gewerbebetrieben, die am Sabbat schließen, bis. zu drei Stunden ermöglichen, freilich die Gewährung dieser Ausnahme von der Anordnung der Verwaltungs- oder der Stadtbehörden abhängig machen; anscheinend sollen aber den betreffenden Gewerbetreibenden jene drei Stunden auf die allgemein zulässige Beschäftigungszeit in Anrechnung gebracht werden. Beide Einschränkungen erscheinen nicht geboten durch die Zwecke, die der Entwurf verfolgt, und es ist zu hoffen, daß die Regierung nach nochmaliger Erwägung nicht daran festhalten wird." — Wie der „Staatsanzeiger" meldet, ist der Verfasser der antisemitischen Schrift „Ostmürkische Städtepolitik", R e g i e r u n g s r a t Dr. H e r r aus Posen, der Königlichen Regierung in Magdeburg zur weiteren dienstlichen Verwendung überwiesen worden. — Aus Anlaß der von dem bayerischen Landwirtschaftsrat behufs Beseitigung des bösen Viehhandels in Nürnberg bewirkten Einrichtung einer Viehverkaufsstelle teilt die „Deutsche Fleischerzeitung" mit, daß dort direkt nur fünf Schweine auf den Markt gebracht, aber fünfzig verkauft wurden. Die fehlenden 45 hat die Verkaufsstelle von H ü n d l e r n aufgekauft. So beseitigt also die agrarisch-antisemitische Einrichtung