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Im deutschen Reich · 1910-01-01 · Heft 1 (Januar 1910) · p. 7

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 1 (Januar 1910)
Article
Zur Ostmarkenfrage
Date
1910-01-01
Page
7 (sequence 4)
Language
German
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Zur Ostmarken frage. kleinen Städte, die ihr Geschäft aufgeben wollen, um ihren Lebensabend in Berlin zu verbringen, hätten ihre Absicht der Zentralstelle mitzuteilen und bei ihr hätten sich auch diejenigen . z-u erkundigen, die eine selbständige Existenz suchen. Die jüdischen Geschäfte in der Ostmark gehen nicht nur durch den Ansturm polnischer Konkurrenz zurück; ein häufiger Grund ist der, daß es an jungen jüdischen Kräften fehlt; meist liegen die Geschäfte in den Händen alter Leute, die weder die Lust noch die.Kraft haben, ihr Geschäft den Erfordernissen der Zeit entsprechend umzugestalten; wo - aber tüchtige Männer dem Geschäft einen neuen Aufschwung zu geben vermögen, da werden oft auch uod) gute Erfolge erzielt. — Es wäre also der Nachweis verkäuflicher Geschäfte in den O st m ar k en eine von den Aufgaben der zu begründenden Zentralstelle. Ein weiteres Nebel, an dem die Juden der Ostprovinzen, besonders in den kleinen Städten, kranken, ist der Mangel akademisch gebildeter Elemente. Von der Niederlassung jüdischer Aerzte, Rechtsanwälte, Apotheker, Baumeister, hört man nur selten.. Diese Kreise meiden die kleinen Städte meistens. Die Fälle, in denen ihnen günstige Existenzbedingungen in Aussicht stehen, bieten sich aber gar nicht so selten, wie meistens angenommen wird. Ich würde es für eine vornehme Pflicht, des „Verbandes deutscher Juden" halten, diese Scheu in den intellektuellen Kreisen durch eine eifrige Propaganda zu bekämpfen, besonders die jüngeren Elemente in diesen Kreisen darauf hinzuweisen, daß es für sie eine dankbare Aufgabe wäre, die kleinen Gemeinden durch ihre Intelligenz sozial zu heben. In den Breslauer Vorträgen wurde auch Klage, berechtigte Klage, darüber geführt, daß die Juden auch aus den kommunalen Verwaltungen verdrängt würden; es darf indessen nicht übersehen werden, daß es uns' bisweilen auch an geeigneten, gebildeten Männern fehlt, die wir präsentieren könnten. Wir brauchen gebildete Männer, und unsere Gemeinden würden an Ansehen gewinnen, wenn solche in größerer Zahl als jetzt in unserer Mitte wären. Hier möge sich der Verband an dem Ostmarkenverein ein Beispiel nehmen! Dieser gibt jungen Aerzten, Apothekern und überhaupt seinen Vertretern des Deutschtums ©itBöenttonen, um ihnen den Uebergang in die

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