Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1909)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1909-12-01
- Page
- 718 (sequence 16)
- Language
- German
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718 Im deutschen Reich. offiziellen Ankündigungen der Vakanzen ebenso energisch unterstützten, wie es die jüdischen Zahnärzte getan haben, dann dürste eine weitere Aergernis verursachende berufliche Konfessionalisierung bald verschwinden. Die beste Parade ist der Hieb! — Einem Buchdruckereibesitzer, der zu unfern Mitgliedern zählst wurden vor einiger Zeit von der Firma Hermann Beyer in Leipzig zwei Empfehlungsscheine „Die Jnseraten-Acquisition der deutschen Zeitungs- und Kalender-Verleger" und der „Wegweiser aus dem Gebiet der Technik des Buchdruckes" übermittelt. Dieser Sendung war ein Löschkupon beigefügst dessen Vorderseite folgenden Satz aufwies: „Jeder Lump, dem Ehr' und Gewissen fehlst hat sich den Juden zum Vorbild gewählt." Unter dem Vers steht: „Spritzenbücher ä 2 M. liefert Theodor Fritsch, Leipzig." Auf der Rückseite des Kupons ist ein längeres Zitat des Philosophen Fichte mit der Jahreszahl 1815 abgedruckst in dem es heißt: „Fällt euch denn nicht ein, daß die Juden, welche ohne euch Bürger eines Staates sind, der fester und gewaltiger ist als die übrigen alle, wenn ihr ihnen noch das Bürgerrecht in euern Staaten gibst einen doppelten Schutz genießen usw." Daß die Firma Hermann Beyer in Leipzig, die mit dem Herausgeber des „Antisemiten-Katechismus" Theodor Fritsch in nahen Beziehungen stehst letzterem die Gefälligkeit erweist, mit ihren nicht antisemitischen Verlags-Artikeln seine antisemitischen Ladenhüter zu vertreiben, nimmt uns nicht wunder. Da aber unser Vereinsmitglied sicher nicht allein durch Herrn Hermann Beyer mit den antisemitischen Löschkupons beglückt worden isst ist es uns ausfällig, daß nicht auch.andere jüdische Buchhändler solche Zusendungen als eine Beleidigung aufgefaßt und dies Herrn Beyer in nicht mißzuverstehender Weise klargemacht und uns den Zwischenfall mitgeteilt haben. Wir fordern deshalb etwaige Empfänger solcher Empsehlungsscheine auf, sich Zusendungen, denen judenseindliche Lösch kup o ns des bekannten Antisemiten Theodor Fritsch beigesügt sind, nicht ruhig gefallen zu lassen. — Aus Anlaß eines Streites zwischen der Pensionsinhaberin Frau Charles Ritt in Neustadt in Holstein. und einem jüdischen Gast war von dieser behauptet