Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-12-01
- Page
- 689 (sequence 10)
- Language
- German
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Umschau. 689 alle nichtpolnischen Elemerrte ln Posen fest zusainnxenstehen, und da zu diesen n i cf) t o l;it t j cf) e it Elemente n Juden gehöre n, so ist es nicht nur an fi ch ungehörig, f o it b e r n au ch politisch das Verkehrtest -e, w a s m a ix tun kann, wenn man diese vor den Kopf stößt und sie dadurch womöglich den Polen in die Arme treibt. Wenn das noch dazxr ein Beamter verkennt, der einer Behörde angehört, die ganz besonders und ausdrücklich zur Festigung des Deutschtums eingerichtet ist, so zeigt er damit, daß er nicht das nötige Verständnis für seine Aufgabe hat und somit in Posen nicht an seinem Platze ist." Unmittelbar nach dieser Aeußerung der „Köln. Ztg." ist aber in einer Versammlung des Posener -Ostmarkenvereins, die von dem früheren Redakteur des Verbandsorgans der antisemitischen Vereine deutscher Studenten, Professor Dr. Hötz s ch, geleitet wurde, gegen einen Vortrag, den Prof. Hans Delbrück in Posen über die Verfehltheit der Ostmarkenpolitik gehalten hatte, Stellung genommen worden. Der Herausgeber der „Ostmark", Dr. Wendland, der ebenfalls den führenden Kreisen des V. d. St. angehört und das Referat übernommen hatte, empfahl dabei in warmen Worten die antisemitische Broschüre Herrs, und Professor Hötzsch richtete in feinem Schlußwort an den anwesenden Regierungsrat Herr innige Dankes- und Abschiedsworte. Dieses Vorkommnis wird auf der nächsten Generalversammlung des Ostmarkenvereins sicher zur Sprache gebracht werden, wenn auch Herr Professor Hötzsch erklärt hat, daß sein Wirken Anerkennung verdiene, nicht weil, sondern obwohl er Antisemit sei. Wie schwer es ist, selbst arg kompromittierte Antisemiten aus Stellungen zu bringen, in denen sie nicht etwa nur den deutschen Juden, sondern auch der Gesamtheit des deutschen Volkes zum Schaden oder zur Unehre gereichen können, davon gibt u. a. auch das krampfhafte Festhalten der deutsch-sozialen Partei an dem Mandat des Reichstagswahlkreises Eisenach-Dermbach das deutlichste Zeugnis. Nach einer Mitteilung der „Deutschsozialen Blätter" hat der Reichstagsabgeordnete Wilhelm