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Im deutschen Reich · 1909-12-01 · Heft 12 (Dezember 1909) · p. 690

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 12 (Dezember 1909)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1909-12-01
Page
690 (sequence 11)
Language
German
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690 Im deutschen Reich. Schack schon vor mehreren Wochen in zwei Zuschriften an den ParLeivorstand sein Mandat niedergelegt. Der Parteivorstand hat aber diese Erklärungen nicht etwa an den Reichstag abgegeben, sondern zu den Akten gelegt, bis er sich durch die ärztlichen Gutachten objektiv davon überzeugt hätte, daß Schack in der Lage sei, unter allen Umständen eine gültige Willenskundgebung abzugeben. In einer Vertrauensmännerversammlung in Eisenach wurde beschlossen, von der Aufstellung eines Kandidaten für die nächsten Reichstagswahlen abzusehen, weil nach der Abstimmung im Reichstag über die Finanzreform, namentlich aber durch das außerparlamentarische Verhalten des Herrn Schack eine deutschfoziale Kandidatur aussichtslos sei. Bis zum Ablauf der Legislaturperiode aber soll Schack dem Wahlkreise erhalten bleiben, damit die Partei diesen nicht jetzt schon einbüßt. Die, „Volkszeitung" sagt: „Daraus spricht eine Empfindungslosigkeit für die Forderungen politischer Moral, die e r s ch r e ck e n d i st!" Aehnlich äußern sich darüber selbst Blätter, die sonst den Antisemiten gern die Stange halten, z. B. die „Tägliche Rundschau", die „Germania" u. a. m. Auch bei den Freunden und Parteigenossen des Herausgebers der „Wahrheit", Wilhelm Bruhn, bewährt sich die antisemitische Unverfrorenheit. Nach dem verfänglichen Dahsel- Prozeß konnte Bruhn in einer politischen Bereinigung, deren Vorsitzender er „mit reinem Schild" ist, versichern, an eine Niederlegung seines Mandates denke er gar nicht, denn aus seinem Wahlkreis Arnswalöe-Lrieöeberg sei ihm die Mitteilung geworden, daß dort die Zahl seiner Verehrer von Tag zu Tag zunehme. Von den Wählern im Kreise Arnswalde-Friedeberg sagt deshalb die „Voss. Ztg.": „Sie haben einen eigenartigen Geschmack; sie haben einst dreimal einen Ahlwardt und dann zweimal — 1903 und 1907 — einen Bruhn in den Reichstag gewählt." — Die Berliner deutsch-nationale Vereinigung, deren Vorsitzender Bruhn ist, hat ihm nach der erwähnten Mitteilung ihr „reellstes Vertrauen" ausgedrückt. Die „Tägliche Rundschau" meint aber: „Das „reelle" Vertrauen ad hoc zu-

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