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Im deutschen Reich · 1909-12-01 · Heft 12 (Dezember 1909) · p. 688

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 12 (Dezember 1909)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1909-12-01
Page
688 (sequence 9)
Language
German
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688 Im deutschen Reich. bei der Demokratie". Die katholische „Köln. Volkszeitung" meinte aber, die „Tägliche Rundschau" habe sich mit tiefem Ausfall arg in die Nesseln gesetzt, denn die Meinung, die Graf Bernstorff ü b e r. d a s Alld-euLschentum geäußert habe, werde bekanntlich, auch von dem Fürsten Bülow geteilt. Sollte das Zentrumsblatt über die bezüglichen Anschauungen des Fürsten Bülow wohlunterrichtet sein, dann wäre es kaum zu verstehen, daß der Kanzler, welcher der Ostmarken-Frage eine so große Bedeutung für die deutsche Politik beigemessen hat, nicht feinen Einfluß dazu benutzte, die Besetzung einflußreicher Stellen in den Ostmärken durch bekannte alldeutsche Chauvinisten zu verhindern. Das sind doch die Männer, die, um mit der „Täglichen Rundschau" zu reden, sowohl im „Zentrumslager" als auch im „Ghettowinkel" gut vaterländisch gesinnte Männer verletzen und nicht davor zurückscheuen, in Wort und Schrift antisemitische Gesinnungen kundzugeben, die mit den Traditionen des Begründers des Ostmarken-Vereins v. Tiedemann und mit den Ausführungen des Oberpräsidenten von Posen im schärfsten Widerspruch stehen. Selbst die „Schlesische Zeitung", ein nichts weniger als judenfreundliches, konservatives Blatt, hat bei Besprechung der Schrift „Ostmarkenpolitik und Judenfrage" getadelt, daß ein höherer Beamter der königlichen Ansiedelungskommission in Posen, Regierungsrat Dr. Her r, eine herbe Kritik an der Betonung der wirtschaftlichen Interessen der jüdischen Bevölkerung und deren „auchdeutscher" Gesinnung übt, obgleich diese Bevölkerung „unzweifelhaft deutsch-nationale Gesinnung an den Tag legte." Die „Schlesische Zeitung" nimmt trotzdem die königliche Ansiedelungskommission gegen die Annahme der Juden, daß die Kommission eine gegen sie feindliche Spitze habe, in Schutz. Die „Kölnische Zeitung" erklärt rund heraus, daß sie die von dem Oberpräsidenten v. Waldow ausdrücklich auf die Unzufriedenheit der Regierung mit der Herrschen Broschüre zurückzuführende Entfermrng des Verfassers aus Posen grundsätzlich und insonderheit mit Rücksicht auf die Verhältnisse in Posen nur billigen könne. Sie sagt: „Das Polentum kann nur dann wirksam bekämpft werden, wenn

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