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Im deutschen Reich · 1909-11-01 · Heft 11 (November 1909) · p. 652

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 11 (November 1909)
Article
[Ohne Titel] / Weißberg, M.
Date
1909-11-01
Page
652 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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652 Im deutschen Reich. steht leider ein schwerer Verlust gegenüber. Durch das am 10. Oktober in Köln erfolgte Hinscheiden des Herrn Hermann Jonas hat der Centralvorstand einen hochgeschätzten Kollegen, der Verein ein um unsere Sache hochverdientes Mitglied verloren. Von einem innigen Gefühl für seine Glaubensgenossen und wahrer Begeisterung für den von uns geführten Kampf ums Recht beseelt, hat der Dahingeschiedene zehn Jahre hindurch sich als einer der eifrigsten Mitarbeiter bewährt, viele Mitglieder unserm Verein zugeführt und in den letzten Jahren an der Tätigkeit des Vorstandes regen Anteil genommen. In unseren Reihen wird deshalb seiner stets dankbar gedacht werden. — Die erste allgemeine Versammlung, die wir in diesem Herbst in Berlin am 13. Oktober abgehalten haben, war so zahlreich besucht, daß der 1800 Personen fassende große Saal des Lehrer-Vereinshauses bis auf den letzten Platz gefüllt war und Späterkommende kaum noch Einlaß finden konnten. Namens des Vorstandes hieß Herr Rechtsanwalt Or. B r o d n i tz die Erschienenen willkommen und betonte, daß diese erste Versammlung wesentlich den Frauen gewidmet sei, die sich unter der anerkennenswerten Führung der den Arbeitsausschuß bildenden Damen seit dem neuen Vereinsgesetze bereits in ansehnlicher Anzahl als eifrige aktive Vereinsmitglieder bewährt Hütten. An diese Begrüßung schloß sich eine Eröffnungsansprache von Frau Henriette May, die in wirkungsvoller Weise die Frage erörterte: „Was bringt und was erwartet von uns der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens". Frau May wies darauf hin, daß die Tätigkeit der Frauen im Central-Verein nicht mit dem Bestreben in Wohltätigkeitsvereinen zu verwechseln sei. Hier handle es sich nicht um Unterstützungen, sondern um Wahrung der Rechte und Schutz der Persönlichkeit vor ungerechten Angriffen. Wer sich unseren Reihen anschließe, tue nicht anderen, sondern sich selbst Gutes. Der Kampf gegen den gesellschaftlichen, sowie gegen den ästhetischen Antisemitismus sei hauptsächlich Frauensache. Außerdem sei es für die Frauen eine ernste Pflicht, sich über Fehler im eigenen Lager zu orientieren. Daß schon bei der Kindererziehung Fehler gemacht würden, werde der folgende Vortrag ergeben. Spätere Borträge würden zeigen, wie man auf anderen Gebieten

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