Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 11 (November 1909)
- Article
- Blütenlese
- Date
- 1909-11-01
- Page
- 615 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Blutenlese. 615 unangenehm empfinden würde, wenn die Mehrzahl der Juden mit uns in Fühlung stände. Vielleicht glaubt sie, in diesem Falle doch manche jüdischen Inserate nicht mehr zu erhalten. Damit wird es überhaupt sein Ende bald erreicht Habens denn allmählich haben die Juden und. vielleicht hauptsächlich durch unsere „Wühlarbeit", um im Jargon der „Staatsbürger- Zeitung^ zu sprechen, gelernt, jene Würdelosigkeit von sich zu weisen und den Antisemiten nicht mehr nachzülausen. Die Vorgänge der Letzten Zeit haben aber auch denen, die bisher nicht sahen oder sehen wollten, die Angen geöffnet und ihnen klar gemacht, warum Blätter vom Schlage der „Wahrheit" und der „Staatsbürger-Zeitung" im redaktionellen Teile Firmen und Personen angreifen: damit eben dieselben reumütig im Inseratenteil Schutz suchen, um Ruhe zu bekommen. Dann bringt der Artikel noch einige Ausführungen über Beschwerden, die wir .deswegen eingereicht haben, weil einige Gerichtsvollzieher ihre Versteigerungsannoncen hauptsächlich der „Staatsbürger-Zeitung" überwiesen haben. Die diesbezüglichen Behauptungen sind ausnahmsweise richtig. Wir haben daraus hingewiesen, daß die „Staatsbürger-Zeitung" in Berlin sehr wenige Abonnenten zählt und daß es eine große Anzahl Blätter aller Parteirichtungen mit viel größerer Auflage gibt. Die Interessen des Publikums, in dessen Auftrag versteigert wird, scheinen uns nun recht wenig gewahrt zu sein, wenn die Gerichtsvollzieher aus politischen Gründen in einem Blatt inserieren, dessen Verbreitung nicht so groß ist, daß auf einen genügenden Erfolg der Anzeige gerechnet werden kann. Die Berichterstattung der „Staatsbürger-Zeitung" in dieser Angelegenheit ist aber recht unvollständig; unser Bemühen war nicht erfolglos. Wie wir aus S. 355 ff. des Jahrganges 1904 unseren Lesern bereits mitgeteilt haben, hat aus eine Bemerkung des Abgeordneten Rosenow der Justizminister Schönstedt im preußischen Abgeordnetenhause folgendes geäußert: „Nun ist es auch in der Justizverwaltung ausgefallen, daß hier (in Berlin), ein Blatt, dessen Leserkreis kein sehr ausgedehnter sein soll, von den Gerichts-