Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 11 (November 1909)
- Article
- Blütenlese
- Date
- 1909-11-01
- Page
- 616 (sequence 8)
- Language
- German
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616 Im deutschen Reich. Vollziehern besonders viel mit solchen Verkaufsanzeigen - bedacht worden ist/' Verschwiegen wird auch, daß im Interesse des Publikums die Gerichtsvollzieher, ob mit, ob ohne Einwirkung ihrer Vorgesetzten Behörde, bleibt dahingestellt, vielfach ausgehört haben, der „Staatsbürger-Zeitung" die diesbezüglichen Inserate zu überweisen. So liegen die Dinge! Mit ihrem Schimpfen auf den Denunzianten-Verein beweist uns die Zeitung, daß wir auf dem richtigen Wege sind. Die Zeiten, in denen die Juden sich von der antisemitischen Meute haben alles gefallen lassen, sind vorbei, und die Herren werden sich daran gewöhnen müssen, daß ihrem Hiebe die Parade entgegengesetzt wird. Auch mit dem schönen Titel „Denunzianten-Verein" wird jetzt die „Staatsbürger-Zeitung" keine großen Erfolge mehr haben. Man hat in den Kreisen der Juden längst eingesehen, daß nicht wir diejenigen sind, die andere Leute feige angreifen und ihnen hinterlistig schaden wollen. Wer hat in dem heute zuerst angeführten Falle die jüdische Religion verleumdet? Wer hat vor der Allgemeinheit des deutschen Volkes die jüdische Religion bezichtigt, den Meineid zu sanktionieren? Wer ist der Denunziant? Doch nicht wir, sondern die - Antisemiten! Allerdings lassen wir nicht alles auf uns sitzen und wehren die gegen uns gerichteten Denunziationen mit allen gesetzlichen Mitteln ab. Wir haben auch in diesem Falle die Verleumdungen und Denunziationen der „Staatsbürger-Zeitung" dem Staatsanwalt unterbreitet, weil wir das berufene Organ sind, um die Beschimpfungen des Judentums zu seiner und des deutschen Namens Ehre mit den Waffen des Gesetzes zurückzuweisen. Die Juden mögen aus diesen Ausführungen ersehen, wie wenig der vielfach herrschende Glaube berechtigt ist, die Antisemiten seien in ihrer Kampfesart anständiger geworden. Politischen Anstand und vor allen Dingen Wahrheitsliebe haben diese Leute niemals gezeigt. Sie entsprechend zu behandeln, ist unsere Pflicht. Berlin. Ludwig Holländer. m