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Im deutschen Reich · 1909-10-01 · Heft 10 (Oktober 1909) · p. 569

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 10 (Oktober 1909)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1909-10-01
Page
569 (sequence 4)
Language
German
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Umschau. 569 RweuzzeiLung sich ge Halten. Wenn auch die Besorgnis des Bundesrats vor einer Reichstagsauflösung die Konservativen vor einem Strafvollzug bewahrt hat, den ihr Verhalten gegen den Reichskanzler Fürsten Bülow eigentlich erwarten ließ, ist ihnen die Strafe doch sicher nicht geschenkt. Der Regierung kann die Wahrnehmung nicht entgehen, daß die konservative Organisation durch die Mißstimmung vieler konservativer Wühler über die Haltung der Reichstagsfraktion stark erschüttert ist, daß an vielen Orten auch die Anhänger des Bundes der Landwirte über ihre Führer tief empört sind. Eine solche in sich zersplitterte Partei kann nicht der Reichsregierung als sichere Stütze gelten; sie taugt dazu um so weniger, als die Preßorgane des alten Adels in einen Ton verfallen sind, der nichts weniger als gouvernemental klingt, und einzelne Angehörige dieser Kreise unvorsichtig genug sind, sich über Maßnahmen, die sie sonst stets als unantastbare Vorrechte der Krone bezeichneten, aus verblendetem Judenhaß in einer Weise zu äußern, die den Träger der Krone verletzen muß. So hat am 1. September das Organ des Antisemiten Fritsch, „Der Hammer", einen Artikel eines Herrn v. R. veröffentlicht, in dem die Adelung von hohen Offizieren und Beamten als „noch erträglich", aber die von begüterten „Angehörigen einer niederen Rasse" als „völlig absurd" bezeichnet wurden. Daß die Regierung, die allen Grund hat, eine friedliche Stimmung der Bevölkerung herbeizuwünschen, eine fortgesetzt agrarische Bolksverhetzung höchst unwillkommen ist, darf ohne weiteres vorausgesetzt werden. Als eine solche erscheint aber der Verlauf einer in den letzten Augusttagen in der Nähe von N.e u - Wied von Konservativen und Mitgliedern des Bundes der Landwirte abgehaltenen Versammlung, in der Herr Aus d e m W i u k e l -Log ct u den Hansabund als ein Gebild der Hetzerei bezeichnete und der konservative Abgeordnete P f a r rer Heck e r o t h a u s A l t e n kirchen behauptete, daß zu dem Hansabund nur „Leute mit krummen Nasen und krummen Beinen" gehören, auch auf die städtische Presse schimpfte, hinter der „zumeist Judenjungen" stünden. Solche Aeutzerungen eines evangelischen Geistlichen, der Mitglied des preußischen Parlaments ist, sind nicht etwa auf unan-

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