Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1909)
- Article
- Theorie und Praxis bei dem Vorsitzenden des deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes
- Date
- 1909-10-01
- Page
- 564 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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564 Mm deutschen Reich. Gesellschafterin in vornehmem Hause" gesucht. Ein weiterer „Triole-Brief", der aus Berlin vom 30. Juni datiert ist, weist eine noch größere Deutlichkeit auf, denn der Absender verlangt darin den innigen Anschluß „in jeder Beziehung, nicht nur am Tage". Durch seine Dreistigkeit hatte schon vorher Herr Schack selbst ein ihm politisch sehr nahestehendes „alldeutsches" Blatt, die „Leipziger Neuesten Nachrichten", so verstimmt, daß es mit den folgenden Sätzen von ihm abrückte: „Liegt die Sache so, wie Herr Schack sie darstellt, hat er eine Pflegerin für seine, kranke Frau gesucht, so ist die Frage zu stellen: Warum verschweigt dann Herr Schack, wenn es sich um eine reinliche Angelegenheit handelt, seinen Namen? Warum sucht er als „Triole" eine Pflegerin für seine Frau? Und was in dem Schreiben dem jungen Mädchen zugemutet wird, ist nicht eine Bertrauensstellung in einer Familie, sondern, sagen wir es kurz und bündig: eine unverhüllte Schweinerei. Anders kann der Brief auch mit seinem vielsagenden Augenzwinkern am Schlüsse nicht verstanden werden. Die öffentliche Erörterung der Sache zu verhindern oder einzudämmen, liegt überhaupt nicht mehr in der Macht des Herrn Schack. Wer hohe Ehrenämter verwaltet, wer der höchsten Ehre teilhaftig ist, die das deutsche Volk zu vergeben hat, der hat die ganz verdammte Pflicht und Schuldigkeit, einen reinlichen Lebenswandel zu führen. Es handelt sich in diesem Falle nicht darum, daß die „Majestät Oeffentlichkeit bis in die Räume seiner kranken Frau eindringen will". Es handelt sich darum, daß hier ein von seinen Mitbürgern mit ihrem Vertrauen geehrter Mann unter dem schweren Verdachte steht, seiner Lüsternheit nicht Herr geworden zu sein. Und wer nicht Herr seiner Triebe ist, der mag ein Privatleben führen, aufdieBühnedes öffentlichen Lebens gehört er aber nicht mehr." Ganz verlassen ist Wilhelm Schack doch nicht: ein treuer antisemitischer Genosse, der „G ö tt i n g e r D e u t s ch e B o te", hat sich seiner angenommen und ist entschiedener für ihn eingetreten als die „Staatsbürger-Zeitung" und das „Reich"; denn er hat sogar den verfänglichen Brief Schacks vom 19. Juli seinen Lesern mitgeteilt, aber hinzufügt: