Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1909-10-01 · Heft 10 (Oktober 1909) · p. 549

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 10 (Oktober 1909)
Article
Agitationsfragen
Date
1909-10-01
Page
549 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2316602-2316779-2316788-2342233--19520-2342302
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

AgitaLionsfragen. 549 Oppeln verfaßten Artikel, in welchem dieser unermüdliche Kämpfer gegen die Taufplage sehr scharf die Ungerechtigkeit beleuchtete, die der Staat begeht, wenn er dem abtrünnigen Juden sofort alles das gewährt, was er dem gesinnungstreuen Juden trotz aller Tüchtigkeit dauernd versagt. Dieser Artikel, von der katholischen Zeitung mit zustimmenden Bemerkungen versehen, ging in andere Tagesblätter über und hat so eine große Verbreitung gefunden. Es' war schwerlich nur das Gerechtigkeitsgefühl, welches die Kölnische Volkszeitung veranlaßte, jene Ausführungen aufzunehmen; ich möchte auch nicht alles unterschreiben, was darin gesagt war, aber daß jener Appell an den gesunden Menschenverstand mehr gewirkt hat, als hundert schöne Abhandlungen, wie sie unsere jüdische Presse fortwährend bringt, ist meines Erachtens nicht zu bezweifeln. Was Herrn Or. Goldmann gelungen ist, müßte doch auch sonst zu erreichen sein, zumal wir ja glücklicherweise genug Männer haben, die durch Geist, Stellung und brauchbare Beziehungen in der Lage wären, in nichtjüdischen Tageszeitungen zu Worte zu kommen. Der dritte Weg, auf den ich unsere Agitation Hinweisen möchte, wird manchem nicht unbedenklich erscheinen, ist aber Vielleicht der erfolgreichste, wenn er richtig und vorsichtig betreten wird. Ich meine unser Wirken in öffentlichen Versammlungen. Auch hier werden die jüdischen Versammlungen, wie sie jetzt stattfinden, nach außen hin uns kaum fördern. Wer von uns hat nicht schon den Ausspruch gehört — vielleicht auch wohl selbst gedacht: „das ist ja alles recht schön; wir wissen ja zur Genüge, was für Unrecht uns geschieht, wie brauchbare Bürger wir sind usw., was Hilst uns das? Besser Wirdes doch nicht?" Nein, besser Wirdes nicht, solange wir nicht unsere ch r i st l i ch e n Mitbürger davon überzeugen, was uns längst nichts Neues mehr ist. An sie müssen wir heran! Das kann am einfachsten geschehen, wenn wir möglichst viel christliche Gäste in unseren Versammlungen Haben. Daß schon jetzt hin und wieder einmal einer oder mehrere darin erscheinen, genügt nicht. Die Einladungen und Be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.