Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 9 (September 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-09-01
- Page
- 512 (sequence 4)
- Language
- German
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512 Im deutschen Reich. als sicher angesehen werden, daß im nächsten Etat größere Staatsmittel für diesen Zweck zur Verfügung gestellt werden. — Der Verein z u r Errichtung einer jüdischen Blindenanstalt im deutschen Reiche, dessen Zustandekommen durch mehr als 2600 Beitrittserklärungen gesichert ist, wird am 5. September mit seiner konstituierenden Versammlung ins Leben treten. Wie verlautet, wird das neue Institut noch im Laufe dieses Herbstes mit seiner Tätigkeit beginnen. Aufnahmegesuche jüdischer blinder Kinder aus dem deutschen Reiche können schon jetzt an die vorläufige Geschäftsstelle, Berlin NO. 18, William Neumann, Elisabethstr. 28—29, gerichtet werden, woselbst auch weitere Beitrittserklärungen zum Vereine mit einmaligen oder Jahresbeiträgen dankbar entgegengenommen und Auskünfte bereitwilligst erteilt werden. — Anläßlich des Rücktritts des K r i e g s mi ni st e rs v. Einem ist der „Frankfurter Ztg." aus Berlin die Mitteilung zugegangen, daß sich General v. Einem bei seinen Aeußerungen im Reichstage gegen die Bevorzugung des Adels in der Armee und gegen die Ausschließung jüdischer Einjahrig-Freiwilliger von der Beförderung keineswegs auf Worte beschränkt habe. Der Mitarbeiter der „Frankfurter Ztg." erklärt: „Er hat in beiden Beziehungen, wie uns bekannt ist, soweit sein Einfluß reichte, seinen Worten Nachdruck verschafft, rückhaltloser als bisher einer seiner Vorgänger. Wir wissen aus einem ganz bestimmten Grunde, daß der Kaiser damit vollständig einverstanden war." — Wie weit dieser Bericht zutreffend ist, wird sich ergeben, wenn General v. Einem in seiner jetzigen Stellung den Worten die Tat folgen läßt! — Eine abfällige Aeußerung der „Täglichen Rundschau" über das Zusammengehen der konservativen Reichstagsabgeordneten mit dem Zentrum veranlaßte den Rittergutsbesitzer Franz von Bodelschwingh auf Schwarzenhasel in einem auch in der „Kreuz-Zeitung" veröffentlichten Schreiben an die „Tägliche Rundsch au", dieser vorzuwerfen, gemeins am mit der Presse des m o d er n eit Jude n Lums gegen die Konservativen zu Hetzen und das nationale Interesse zu schädigen. Die „Tägliche Rundschau" veröffentlichte das ihr zugegangene Schreiben mit einer schneidigen Abfertigung, die