Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1909)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1909-07-01
- Page
- 463 (sequence 11)
- Language
- German
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Vereiirsnachrichten. 463 auch aus der Mitte unserer Mitglieder versichert worden, daß ein solcher Schluß aus seiner Anzeige nicht gezogen werden könne. Herr Zahnarzt Engel schrieb: „Bei der Stellung, die ich zu dem hiesigen Judentume einnehme, muß ich es als eine direkte Beleidigung aufsassen, in der Liste der Judenfeindlichen geführt zu werden. Herr Zahnarzt Boehmer in Cöln schrieb uns: „Wie die Redaktion zu der Ansicht gekommen ist, daß ich jüdische Assistenten boykottiere, ist mir nicht recht klar. Es könnte nur eine Offerte von mir dazu Veranlassung gegeben haben, die kürzlich in der zahnärztlichen Wochenschrift erschienen ist. Hierzu möchte ich bemerken, daß ich absolut nicht auf dem Boden des Antisemitismus stehe, sondern nur die Rücksicht auf meine zum weitaus größten Teile christlichen Klientel mich dazu bestimmte, auf einen christlichen Assistenten zu reflektieren. Ich würde es sehr bedauern, wenn durch meine Offerte sich irgend jemand beleidigt gefühlt hat, und werde gern in Zukunft einer solchen eine andere Fassung geben." Bon Herrn Zahnarzt H. Harz aus Steele (Ruhr) ging uns nachstehende Mitteilung zu: „Ich.erlaube mir, die Redaktion höflichst zu bitten, mich aus der Liste der Zahnärzte, die jüdische Assistenten boykottieren, zu streichen und die Angelegenheit berichtigend zu erwähnen, daß ich absolut keine antisemitischen Tendenzen verfolge und gegebenenfalls nichts dagegen einzuwenden Hütte, auch von einem Kollegen jüdischer Konfession vertreten zu werden." Wir konstatieren mit einiger Genugtuung, daß einer Anzahl von Herren, die durch Annoncen christliche Assistenten oder Vertreter suchen,' zum Bewußtsein gekommen ist, daß sie sich dadurch dem naheliegenden Verdacht antisemitischer Gesinnung aussetzen und nicht nur ihre von der Bewerbung ausgeschlossenen Kollegen, sondern auch ihre Klientel kränken. — Daß eine vollständige Liste der Apothekenbesitze r, die für ihren Geschäftsbetrieb jüdische Be- Werber. ausschließen, ebenso lang werden würde wie die der jüdische Assistenten ausschließenden Zahnärzte, ist sicher. Wir ergänzen zunächst unsere bezüglichen - früheren Mitteilungen durch die Namen der Herren: Or. Baderow (Hofapotheke) in Arnstadt, Hübner (Flora-Apotheke) in Charlottenburg,- H. Gorke in Gleiwitz, Dr. Denks (Löwenapotheke) in