Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1909)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1909-07-01
- Page
- 462 (sequence 10)
- Language
- German
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462 Im deutschen Reich. als das rostige Material aus dem „Zeughaus der Rassenantisetniten" placieren. — Antisemitismus bei Zahnärzten. Wir machen eine merkwürdige Erfahrung. Die Annoncen, in denen hauptsächlich von Juden beschäftigte Zahnärzte christliche Assistenten suchen, mehren sich. Unberührt von der Erkenntnis, daß derartige Inserate der jüdischen Bevölkerung gegenüber den ungünstigsten Eindruck machen müssen (denn abgesehen davon, daß der wirtschaftliche Boykott der Juden für diese gefährlich werden muß, liegt auch eine schwere Beleidigung in der in der Oeffentlichkeit abgegebenen Erklärung, man wünsche keine jüdischen Assistenten), wundern sich'gewöhnlich die festgenagelten Herren, daß man an ihrem Vorgehen Anstoß genommen habe, und versichern, daß ihnen jede antisemitische Gesinnung fern liege. Mag dem sein wie ihm wolle. Wir müssen um unserer S e l b st w ü r d e undunserer S e l b st a ch't u n g willen beanspruchen, daß man einen Zahnarzt nicht wegen seiner Zugehörigkeit zum Judentum als Assistenten boykottiert, ebensowenig wie man einen jüdischen Patienten abweist. Es ist traurig genug, wenn sich an den einzelnen Plätzen, wo derartige Inserate bekannt geworden sind, die Juden nicht selbst mit den betreffenden Herren ins Benehmen gesetzt und sie gleich auf das Unschickliche derartiger Inserate aufmerksam gemacht haben. Wir müssen von dem Prinzip ausgehen, daß die Konfession mit der Behandlung von kranken Zähnen nichts zu tun hat, daß man vielmehr einen Zahnarzt aufsucht, der einem als tüchtig und gewissenhaft bekannt ist, daß man es aber als Beleidigung ansieht, wenn ein Zahnarzt, dem an jüdischer Kundschaft liegt, andererseits erklärt: Ich nehme prinzipiell keine jüdischen Assistenten! — Infolge der Veröffentlichung einer L i st e d e r Z a h n - ürzte, die jüdische Assistenten boykottieren (Seite 394 des vorigen Heftes), ist uns die Mitteilung zugegangen, daß Herr Zahnarzt Dr. Limpert in N ü rnberg keineswegs antisemitische Gesinnungen hegt, und daß er in Zukunft derartige Annoncen unterlassen werde. Ferner hat sich auch Herr Zahnarzt Engel in Fürth gegen den Verdacht antisemitischer Gesinnungen verwahrt, und es ist uns