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Im deutschen Reich · 1909-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1909) · p. 464

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1909)
Article
[Ohne Titel]
Date
1909-07-01
Page
464 (sequence 12)
Language
German
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464 Im deutschen Reich. Naumburg, Hildebrand (Schwanenapotheke) in Crefeld, Bauer in Mannheim, Borchardt (Adler-Apotheke) in Stendal, Unruh in Storkow! i. d. Mark, C. Schumann in Waldenburg i. Schles., Werth in Zahna. Diese Herren, die durch ihre Inserate in der „Pharmazeutischen Zeitschrift" selbst ihre Gesinnung kennzeichnen, werden wohl auch auf jüdische Kundschaft gern verzichten, so daß wir ihnen keinen Nachteil zufügen, wenn wir ihre Stellung jüdischen Anstellungsuchenden -gegenüber so beleuchten, daß jüdische Aerzte und Patienten wissen, mit wem sie zu Lun haben. — Der frische Luftzug, der über das Nordseebad Borkum zu gehen schien, scheint nicht genügt zu haben, den antisemitischen Miasmen den Garaus zu machen. Wie uns mitgeteilt wird, sind dort die Juden auch jetzt nicht vor Belästigungen sicher. Das Borkumer Hetzlied wird weiter von der Kapelle gespielt und von der Radaugesellschaft mitgebrüllt, trotz der vernichtenden Kritik, die dieses Treiben im Herrenhause und seitens des Ministers des Innern gefunden hat. Jüdische Badegäste werden deshalb gut tun, die arische Badegesellschaft im Dunstkreise jener Miasmen sich selbst zu überlassen, bis eine gründlichere Desinfektion vorgenommen wird. — Der Vorsitzende des Vorstandes der Synagogen-Gerneinde zu Lauenburg in Pommern, Herr Or. raeä. Hirschberg, schreibt uns: „Schon lange befindet sich das Ostseebad Leb a unter der Zahl der antisemitischen Kurorte. Dieses ist vollständig unrichtig, denn seit Jahren wohnen dort während des Sommers zahlreiche jüdische Familien, welche nicht den geringsten Belästigungen ausgesetzt, vielmehr mit dem dortigen Aufenthalte sehr zufrieden sind, so daß einzelne alljährlich wiederkommen. Juden pflegen seit einigen Jahren in Nitschkes Hotel nicht mehr zu verkehren, indes finden sie in allen anderen Hotels und Pensionaten der Stadt, sowie im Kurhause die freundlichste und liebenswürdigste Aufnahme." — Im „Wanderer im Riesengebirge", Organ des Riesengebirgsvereins, Bunzlau, 1. Mai 1907, befindet sich folgendes Inserat: „Schreiberhau. Villa Rutschmann. Christliches Logieryaus. Das ganze Jahr geöffnet. Man verlange Prospekt."

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