Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1909)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1909-07-01
- Page
- 461 (sequence 9)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 461 teiligung des L a i e n -El em e n tes an der richterlichen Tätigkeit hochzuhalten, so ist es gewiß die jüdische. Seit Jahren hat es der Central-Verein für seine Pflicht gehalten, wenn in einem Orte, in dem sich eine größere Anzahl angesehener Glaubensgenossen befindet, kein einziger mit dem Ehrenamte eines Schöffen oder G e - s ch w orenen betraut wurde, der Angelegenheit nachzugehen unb die Beschwerdeführer mit Rat und Tat zu unterstützen. In vielen Fällen sind dabei erfreuliche Resultate erzielt worden. Um so schmerzlicher berührt es uns, wenn diese Tätigkeit zuweilen dadurch ernstlich durchkreuzt wird, daß einzelne Glaubensgenossen, die die als Geschworene ausgelost werden, sich dieser staatsbürgerlichen Ehrenpflicht entziehen, indem sie sich unter Angabe von zumeist geschäftlichen Gründen von ihr befreien lassen. Nach den uns bisher zugegangenen Mitteilungen handelt es sich glücklicherweise nur um ganz vereinzelte Fälle, aber doch immerhin um solche, ui denen sich voraussetzen läßt, daß die Betreffenden sehr wohl in der Lage gewesen wären, die Opfer, die ein solches Ehrenamt mit sich bringt, im Hinblick darauf ruhig zu ertragen, daß eine Ablehnung auf die richterlichen Kreise einen mißlichen Eindruck machen kann, der nicht nur ihr Ansehen, sondern auch die Glaubensgemeinschaft schädigt, der sie angehören. — In jüdischen Kreisen Berlins erweckt das immergrößere Dimensionen annehmende Treibender M i s s i o - na re berechtigten Unwillen. Insbesondere tut sich dabei Herr Prediger N a p h t a l i R u d n i tz k h in Berlin-S t e g l i tz hervor, der neuerdings wieder an hiesige jüdische Damen Einladungen zu einem an jedem Mittwoch im Monat im Missions- Vereins-Saale, Berlin W., Linkstr. 32, stattfindenden bibl i s ch e n B o r t r ä g e f ü r D ä m en versandt hat. Die Ueberschrist lautet „Iud ench ristli ch e Zeugnisse an Israel": am untersten Rande befindet sich in hebräischer Sprache der Satz aus Jesaias 45, 25 und ein ins Hebräische übertragener Satz aus Römer 3, 24. Wir hoffen, daß alle jüdischen Damen sich dieser „Seelenfängerei" gegenüber würdig verhalten, die ihnen Angehenden Einladungskarten entweder in den Papierkorb wandern lassen oder uns für unser Archiv übermitteln werden, in dem wir sie noch eine Stufe niedriger