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Im deutschen Reich · 1909-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1909) · p. 402

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1909)
Article
Die Blutbeschuldigung zu Küps 1797
Date
1909-07-01
Page
402 (sequence 2)
Language
German
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402 Im heutigen Reich. an den Ceutrichter von Weismain, ferner einen Bericht des CenLrichters von Weismain an die fürstbischöfliche Regierung zu Bamberg, endlich in Abschrift ein Bittgesuch der Stadt- und Landjudeu-Deputierten zu Bamberg an die dortige Regierung enthielt. Wir betonen dies ausdrücklich, damit nach keiner Seite Zweifel über die Authentizität dieser Berichre bestehen bleiben. Denselben ist folgendes zu entnehmen.' , Ende Mai 1797 verbreitete der zehnjährige, schwachsinnige Bettelknabe Mathes Marr aus Grün bei Küps (eine Stunde entfernt) folgende Beschuldigung: Er sei in das Haus des Juden Marx Abraham, Schullehrers in Küps, gelockt worden. Dieser habe ihn mit einem Stricke angebunden, ihm ein Eisen in den Mund geschoben und ihn au einen Nagel aufgehängt. Sodann habe er ein langes Messer, eine Hechel (zum Flachskämmen mit eisernen Spitzen versehen), ein Schüsselein und ein Häfelein gebracht, ihm mit dem Messer in die Finger geschnitten und auf dem Bauch gehechelt, von welchem sehr viel Blut in ein Schüsselein herabgelaufen sei. Aus den Fingern sei auch Blut geflossen, das in Blasen an den Fingern aufgefangen worden sei. Zwei Bauern seien dann hereingekommen und hätten gesagt: „Judst was machst du da?", hätten ihm die Hände und Leib abgewaschen und gesagt: „In dieses Haus gehst du nimmer herein." Der Oheim des Knaben, der Schneider Johann Oehrlein aus Grün, bei dem dieser wohnte, ging mit dem Knaben zum Schullehrer hin und machte ihm Vorwürfe. Dieser war über die lügenhafte 'Anschuldigung empört, und soll nach der Aussage des Oehrlein ihm mit einem Messer gedroht und ihn mit dem Jungen zur Stube hinausgestoßen haben (Bericht ckes Hofrats sCentrichtersj zu Weismain au die fürstbischöfliche Regierung zu Bamberg.) Da bald hierauf in der ganzen Gegend eine Beunruhigung der Gemüter sich bemerkbar machte, beeilten sich die Stadt- und Land-Judenschaftsdeputierten zu Bamberg, ein Bittgesuch an die fürstbischöfliche Regierung in Bamberg zu richten, das folgenden Wortlaut hat: Hochwürdigster Fürstbischof! Ein Mensch, seiner Profession ein Schneider und der Religion nach protestantisch, gebürtig von Krün, Centamts

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