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Im deutschen Reich · 1909-06-01 · Heft 6 (Juni 1909) · p. 367

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 6 (Juni 1909)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1909-06-01
Page
367 (sequence 7)
Language
German
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Umschau. 367 zur Folge hatten, ebenso willkürlich zu einem Juden gestempelt, trotzdem der Großvater Herzens, der berühmte russische Verbannte Alexander Herzen, bekanntlich der Sprößling einer strenggläubigen altrussischen Familie war. Scherzhafterweise erinnert die „Welt am Montag" bei dieser Gelegenheit daran, daß der Schutzpatron der „Deutsch-sozialen Blätter" txebexmann v. Sonnenhexg von den: Antisemiten Paasch, nachdem dieser mit ihm zerfallen war, immer nur „Leibermann" genannt worden ist. Ueberhaupt passen Liebermaun und Kuhlenbeck prächtig zusammen und des letzteren von Gobineau und Chamberlain abgelernte Sätze in der Schrift „Das Evangelium der Rasse" dürften Liebermann immerhin noch manches bieten, von dem sich seine Schulweisheit bisher nichts hat träumen lassen. Für den deutsch-sozialen Antisemitismus passen doch z. B. die dortigen Sätze vorzüglich: „Die Gerechtigkeit fordert nicht die abstrakte Gleichheit, sondern ist die constans et perpetua voluntas jus suum cuique tribuendi — für die H e r r e n - r a s s e gilt es, endlich das Problem einer richtigen R a s s e n p o l i t i k Zunächst theoretisch, dann auch praktisch zu lösen." > *, Auf solche Aspirationen ausführlich hinzuweisen, hielten wir für nötig, weil es gar nicht ausgeschlossen scheint, daß unter einem Nachfolger des Kultusministers Dr. Holle die alldeutschen Wissenschaftler Kuhlenbeck, Hötzsch,. Graef u. a. m. als privilegierte „Nationale" noch an einflußreiche Stellen gebracht werden, und weil Liebermann v. Sonnenberg als Vorsitzender der „wirtschaftlichem Vereinigung" sich dem Reichskanzler Fürsten Bülow und dem Schatzkanzler Sydow bei den ungemein schwierigen Verhandlungen um die Reichsfinanzreform als „ehrlicher Makler" bestens empfohlen hat. Ob Liebermann, wie Hello v. Gerlach im Berliner Montagsblatt andeutete, wirklich den Ehrgeiz hegt, an Stelle Stöckers den Antisemiten als „neuer Luther" zu gelten, scheint doch recht zweifelhaft, aber er folgt sichtlich neuerdings den Spuren seines verstorbenen Freundes Stöcker auch darin, daß

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