Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1909-05-01 · Heft 5 (Mai 1909) · p. 295

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 5 (Mai 1909)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1909-05-01
Page
295 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2316602-2316779-2316784--19002-2341654
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Umschau. 295 yeüatiort Kopsch eine Gelegenheit geboten hat, die zu erareifen er allen Grund hat, um die fortgesetzte künstliche ümdeutung seiner Mannesworte zum Schweigen zu bringe-:. Der Abg. Kopsch hat nach dem stenographischen Bericht über die Reichstagsverhandlungen am 19. Mürz sollendes gesagt: „Was den Mangel an Militärärzten aulangt, so suche ich allerdings denselben in erster Linie darin, daß bei der Ernennung zu Militärärzten konfessionelle Gründe mit maßgebend sind. Hierüber schreibt die „Deutsche Militärische Wochenschrift" folgendes: „Wenn jüdische A e r z t e nicht nur wie bisher zu den Sanitätskorps der Reserve, sondern auch zum Eintritt in die aktiven L a n i t ä t s k o r p s zugelassen würden, so wäre dem Mangel an Militärärzten sehr schnell abgeholsen. Daß es auch selbst bei den strengsten Anforderungen an autoritative Qualifikation unter den jüdischen Kollegen geeignete Aspiranten für den aktiven Dienst gibt, wird wohl niemand bezweifeln wollen, und ebensowenig dürste daran zu zweifeln sein, daß mancher jüdische Kollege die Gelegenheit, in das aktive Sanitätskorps einzutreten, gern ergreifen würde. Einstweilen besteht bekanntlich ein prinzipieller Ausschluß der jüdischen Aerzte aus der aktiven Armee. Vorurteile müssen an sich bekämpft werden: wenn diese Vorurteile aber dazu führen, daß die Gesundheitspflege in unserem Heere darunter leidet, so haben wir nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, zu fordern, daß diesem Vorurteil mit aller Energie entgegengetreten und recht bald Abhilfe nach dieser Richtung gebracht werde." Die Abhilfe ist aber nur möglich, wenn der Kriegsminister ein Grempel statuiert, das den beteiligten Behörden seinen festen Willen beweist, völlig unberechtigte antisemitische Vorurteile in dem Sanitätskorps nicht sortwuchern zu lassen. Der Herausgeber der „Schlesischen Morgenzeitung", Pastor a. D. Or. Nitschke*), hat grundlos behauptet, es habe zwar bis 1870 iu der preußischen Armee jüdische Militärärzte gegeben, man habe sich aber genötigt gesehen, von der Mitwirkung solcher *) Ueber einen neuen antisemitischen Vorstoß dieses Herrn in der MMauer Stadtverordnetenversammlung berichten wir unter „Korrespondenzen".

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.