Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 293 (sequence 6)
- Language
- German
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Umschau. 293 s c r v e offizi e r m achen s o l i." Dazu bemerttc die ^Freisinnige Zeitung": „So rückhaltlos, wie es hier geschehen, hat noch niemals ein preußischer Kriegsminister nicht nur formell die konfessionelle Gleichberechtigung der Offiziersaspiranten betont, sondern auch die voll e m i l i t ä r i s ch e Leistungsfähigkeit der Juden anerkannt. Man darf Herrn v. Einem für dies offene Bekenntnis, das, wie er selbst voraussieht, ihm vo-n antisemitischer Seite heftige Angriffe zuziehen wird, dankbar sein, und man darf hoffen, daß die Offizierskorps bei den Reserveoffizierswahlen die Worte ihres Kriegsministers beachten werden. Ob diese Hoffnung in E r f ü l l u n g gehen und ob der Kriegs m i n i st e r stark genug sein wird, gegenüber der verwerflichen Tradition in bezug auf die Bevorzugung des Adels u n d die Zurücksetzung der jüdischen O f f i z i e r s a s p i r a n t e n ein v e r s a s s u n g s - und gesetzmäßiges B e r f a h r e n zur D u r ch f ü h r u n g z u bringen, läßt sich mit Sicherheit leider nicht o o raus s a g e n. Denn Tatsache ist beispielsweise, daß selbst unter der amtlichen Tätigkeit des Herrn v. Einem die Zahl der adeligen Regimenter zugenommen hat. Darum wollen wir die Zusicherungen des Kriegsministers gewiß nicht überschätzen. Ebenso falsch aber wäre es, sie zu unterschätzen. Denn die Erklärungen von höchster Verantwortlicher Stelle sind diesmal mit besonderer Unzweideutigkeit gefallen, und der Kriegsminister hat zu erkennen gegeben, daß er jetzt auch ernstlich bestrebt sein wird, seiner Auffassung Geltung zu verschaffen. Rief er doch am Sonnabend dem Abg. Or. Müller-Meiningen, als dieser ihn ausforderte, die Kommandeure, die sich weigern, einen bürgerlichen Offizier in das Regiment aufzunehmen, zum Teufel zu jagen, aus d rü ckli ch z u: „D as w i r d geschehe ix." Die „Boss. Ztg." schreibt: „Hoffentlich bleibt Kriegsminister v. Einem noch recht lange im Amte, damit er diesen Worten der Verheißung Taten folgen lassen kann, die seinen Zusagen wirklich voll entsprechen." Die antisemitischen Angriffe, auf die sich der Kriegsminister gefaßt machte, sind bisher nicht erfolgt: die stldenfeindlichen Organe halten sich offenbar davon überzeugt, daß den Worten keine Taten folgen werden, '-reil schon in den Worten des Ministers eine Anden-