Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 262 (sequence 40)
- Language
- German
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262 Im deutschen Reich. Blatte, daß der Antrag sich gegen die Wiederwahl des Kollegen Rechtsanwalt Sonnenfeld richten soll. (Sehr wahr!) An ihm soll ein Scherbengericht vollzogen werden. (Hört, hört!) Wir wissen aber auch aus dem Ausfall der eben stattgehabten Abstimmung, daß nur eine verschwindende Minorität aus dem Standpunkt der Gegner des Herrn Sonnenfeld steht. Ich bin oft genug in der Minorität gewesen, habe aber gelernt, als politisch reifer Mann mich dem obersten demokratischen Grundsätze, das ist der Herrschaft der Majorität, zu fügen. Ich appelliere an das demokratische Gefühl unserer Mitglieder. Ich glaube, daß keiner von uns das Recht hat, gegen eine so imponierende Majorität durch einen Akt von ziemlich kleinlicher Bedeutung die hochansehnliche Versammlung zu langweilen und aufzuhalten. (Bravo!) Ihre Bravorufe erfreuen mich an sich sehr, aber hier handelt es sich nicht um die einseitige Kundgebung eures Parteistandpunkts, sondern darum, daß ich die wenigen Gegner des Herrn Sonnenfeld bitte, sich mit dem Resultat der eben stattgehabten Abstimmung zu begnügen. Das meine ich lediglich aus dem demokratischen Gefühl heraus, aus der Achtung vor der Majorität, wie ich sie ganz gewiß in gleichem Maße empfinden würde, wenn sie gegen uns entschieden hätte. Ich bitte die Herren Opponenten — ich habe kein Recht, es ihnen vorzuschreiben —, nur aus Courtoisie vor der Versammlung und aus dem demokratischen Gefühl heraus, aus der Achtung vor der Majorität, die Opposition fallen zu lassen. Zeigen Sie sich als wahre Demokraten. (Lehafter Beifall.) Herr Redakteur Oppenheim-München: Zu dem Anträge— der Antragsteller möge es mir nicht übelnehmen — kann ich nur sagen: Man merkt die Absicht und wird sehr verstimmt. (Sehr richtig!) Wir wollen uns nicht durch kleinliche Sachen abhalten lassen, wir wollen kein Scherbengericht hier halten, wir kennen die Herren. Wenn Fehler begangen find, dann wollen wir darüber hinweggehen und nicht kleinlich sein. Vergessen Sie nicht, was die Herren für uns geleistet haben, wählen Sie sie alle en bloc wieder. (Beifall.) Herr Rechtsanwalt Or. Geiger-Frankfurt: Ich glaube, daß es nicht notwendig ist, die Herren Antragsteller, die auf eine besondere Wahl bestehen, noch ausdrücklich zu bitten, daß sie von ihrem Anträge absehen. (Sehr richtig!) Ich glaube