Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 261 (sequence 39)
- Language
- German
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_Ordentliche Mitglieder-Versawmlun g' (V o r st a n d s w ah len). 261 er offen erklärt: Meine politische Ueberzeugung geht über alles, und dann erst kommt alles andere. Das ist ja gerade der Unterschied in den Ansichten. Wir sind der Meinung, daß, wenn jemand Vorstandsmitglied im Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ist, er unter allen Umständen die jüdische Frage, das jüdische Empfinden zu ehren und zu schützen hat, und daß dann erst in zweiter Reihe die politischen Fragen kommen. Gewiß kann jeder einzelne wählen, wen er will, kann eintreten, für wen er will, aber ich bin der Ansicht, daß es absolut keine Kleinigkeit ist, um die es sich hier handelt (Widerspruch), sondern eine Kardinalsrage, eine Frage der Existenz des Central-Vereins. (Große Unruhe.) Der Antrag Schemel wird hierauf gegen eine geringe Minorität von etwa 20 Stimmen abgelehnt. (Lebhafter Beifall. — Bewegung.) Vorsitzender: Wir kommen zum nächsten Punkt: Vorstanösrvahlen. Herr Redakteur Oppenheim- München beantragt, die Liste der Vorstandsmitglieder en bloc anzunehmen. Wir kennen die Herren und wissen, was sie geleistet haben und stimmen einfach dafür. (Lebhaftes Bravo!) Vorsitzender: Es ist der Antrag auf Akklamationswahl gestellt worden. (Zuruf.) Es ist Widerspruch seitens des Herrn Rosenthal erhoben worden (Große Unruhe), wir werden also durch Zettel abstimmen. '* Herr Schemel: Ich bitte, zu beschließen, daß Herr J.-R. Horwitz die einzelnen Namen verliest, und daß nur bei den Namen die Zettelwahl erfolgt, wo sie gewünscht wird. (Widerspruch.) Herr Dr. Goldfeld: Der Vorschlag des Herrn Schemel widerspricht jeder parlamentarischen Sitte. Wenn die Wahl nicht en bloc erfolgt, muß sie statutengemäß durch Zettelwahl vorgenommen werden. Ich wollte nur den Herrn Vorsitzenden bitten, zu gestatten, daß diejenigen, welche den Vorstand en bloc Wiederwahlen, einfach hineinschreiben: Die Bisherigen. Landtagsabgeordneter vr. Cohn-Dessau: Wenn ich am heutigen Abend noch einmal das Wort ergreife, so tue ich es nur im gemeinschaftlichen Interesse. Wir wissen ja, worum cs sich handelt. Wir wissen aus einem in Berlin erscheinenden