Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 260 (sequence 38)
- Language
- German
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260 Im deutschen Reich. werden Sie dem Verein unbedingt einen Schaden zufügen. (Lebhafter Widerspruch.) Vorsitzender: Auch die zwei Minuten sind um. Es ist ein erneuter Antrag auf Schluß eingegangen von Herrn Dr. Blumenfeld. Herr Dr. B l n menfeld- Kassel: Ich bin von weither gekommen. Ich bitte Sie, lassen Sie uns fremde Delegierte einen guten Eindruck mitnehmen, lassen Sie uns berichten, daß man in Berlin die hohen Ziele des Central- Vereins über solche Kleinigkeiten stellt. (Oho!) Deshalb bitte ich Sie, dem Antrag auf Schluß stattzugeben. Der Schlußantrag wird hierauf.mit überwältigender Mehrheit angenommen. Das Schlußwort erhält: Herr Schemel. (Während Redner zur Tribüne geht, ertönen Rufe: Schluß! — Rur drei Minuten! — Der Vorsitzende bittet um Ruhe.) Ich muß Ihnen offen gestehen, als ich meinen Antrag begründete, glaubte ich, daß im Laufe der Diskussion sich die Möglichkeit ergeben würde, diesen Antrag zu modifizieren und ihm eine gemäßigtere Form zu geben. Ich freue mich, daß Herr Dr. Lewh in seinem Referat beiden herrschenden Anschauungen im Central-Berein Rechnung getragen hat und für beide eine Entschuldigung hatte. Ich gebe auch zu, daß Herr Rechtsanwalt Cohn-Dessau den Nagel auf den Kopf getroffen hat, indem er behauptete, daß wir nach Möglichkeit eine Verständigung herbeizuführen haben, um unsere Hauptaufgaben weiter zu verfolgen. Um so mehr überrascht hat mich die Erklärung des Herrn Lövinson selbst. Ich hatte geglaubt,- daß Herr Lövinson — nicht etwa hier zu Kreuze kriecht, aber zum mindesten doch die Erklärung abgeben würde: Jawohl, ich habe ein Versehen begangen, ich war der Ansicht, daß meine politische Ueberzeugung mit meiner Stellung als Vorstandsmitglied im Central-Verein nichts zu tun hätte; ich sehe ein, daß die Versammlung mich eines Besseren belehrt hat, daß meine Stellung falsch war, beide Aemter sind nicht zu vereinigen, wenn man in die Verlegenheit kommt, für einen getauften Juden eintreten zu müssen. Ich habe geglaubt, daß Herr Lövinson zum mindesten eine so entgegenkommende Ansicht äußern würde (Unruhe), und daß uns so die Möglichkeit gegeben werden würde, einem Kompromißvorschlag die Zustimmung zu geben. Stattdesfen hat