Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 256 (sequence 34)
- Language
- German
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256 Im deutschen Reich. denr mir erklärt würde, du darfst im politischen Leben nicht nach beiuer politischen Ueberzeugung handeln, sondern es steht über dir der Vorstand oder die Mitgliederversammlung des Centräl-Vereins — iit demselben Augenblick würde ich eine Tätigkeit niederlegen, an der ich mit ganzem Herzen hänge, der ich mich weit über ein Jahrzehnt gewidmet habe und von der ich mich nur trennen würde unter dem Zwange der Notwendigkeit. Also mein Entschluß, den ich meinen Freunden im Vorstande der beiden Korporationen zu erkennen gegeben habe, stand unabänderlich fest. Aber die beiden Korporationen sind eben der Meinung gewesen, daß man bei aller Verschiedenheit in der Auffassung auf die Mitarbeit derjenigen Leute, die wie ich denken, durchaus nicht zu verzichten hat. Es handelt sich dabei nicht um meine Person — die ist so gleichgültig wie möglich, trotz aller Liebenswürdigkeiten, mit denen man mir die ganzen Angriffe versüßt hat und deren Echtheit ich in keiner Weise überschätze —, sondern um die Mitarbeit ganz anderer und viel wertvollerer Leute. Alle diejenigen, die im öffentlichen Leben irgendwie zugunsten des Judentums tätig gewesen sind und tätig sein können und werden, alle die vertrete ich, wenn ich sage: Legen Sie ihnen keine Fessel au, nach keiner Richtung, möge es sich Händeln um die Wahl eines Kandidaten, der Ihnen noch so wenig zusagt — wir wählen unfern besten Freund und unfern leiblichen Bruder in einer politischen Wahl nicht, wenn wir der Meinung sind, daß er nicht unser Kandidat ist, ebenso aber sind wir genötigt, unter Umständen für einen Kandidaten einzutreten, der uns als Mensch durchaus nicht angenehm ist. Das sind Konflikte, in die jeder schon geraten ist, der sich überhaupt einmal mit Personälfragen im öffentlichen Leben befaßt hat. Darum bitte ich Sie, lassen Sie sich nicht verblenden durch Kleinlichkeiten, durch Gezänk, das aus einem ganz lokalen Wahlkampfe herrührt, hier ein Prinzip auszustellen, das Sie selbst im nächsten Augenblicke verletzen, wenn Sie in die Notwendigkeit versetzt würden, politisch! etwas zu tun. Stoßen Sie diejenigen, die mit mir übereinstimmen — ich will die Namen hier Glicht nennen, zum Teil sind sie schon inm anderer Seite genannt worden — nicht zurück, verzichten Sie nicht auf die Mitarbeit derartiger wertvoller Kräfte, und sorgen Sie dafür, daß der Verein bleibt, was er tif* Qrm 5veilwWs--Nerein den tick er Staatsbüraer jüdischen