Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 251 (sequence 29)
- Language
- German
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Ordentliche Mitglieder-Versanrmlung (Antrag Schemel). 251 1. Landtagswahlkreise zu der Sache Stellung zu nehmen. (Unruhe.) Ich kann natürlich nicht, wie ich beabsichtigte, Ihnen alles das ausführen, was uns bewogen hat, für die Kandidatur Mugdan einzutreten, und was uns gewissermaßen gezwungen hat, entgegen unserer Ueberzeugung als Juden Herrn Mugdan auf den Schild zu erheben. (Unruhe.) Für die auswärtigen Delegierten und für diejenigen unserer Mitbürger, die nicht im Westen wohnen, muß ich anführen, daß wir seit langer Zeit einen erbitterten Kampf gegen die demokratische Vereinigung und die ihr befreundeten Elemente führen. Wir waren daher gezwungen, ihnen gegenüber einen Kandidaten zu kreieren, der, obgleich er. . . Vorsitzender: Ich muß den Herrn Redner unterbrechen. Wir debattieren hier nicht darüber, ob die Freisinnige Volkspartei damals gezwungen war, Herrn Mugdan aufzustellen, sondern nur über den Antrag Schemel, ob Herr Lövinson veranlaßt werden soll, aus unserem Vorstand auszuscheiden. Herr Or. Lewinsky: Ich folge der Anregung des Herrn Vorsitzenden und frage Sie: Warum Sie der Meinung sind, daß Herr J.-R. Lövinson aus dem Vorstand auszuscheiden hat, während hervorragende Männer wie Herr Senator, Herr Generalkonsul Landau und viele andere, deren Namen einen guten Klang im Judentum haben, hier nicht zitiert worden sind. Ich frage, warum sich einzig und allein Ihr ganzer Zorn und Ihre Entrüstung gegen Herrn J.-R. Lövinson richtet, warum es ihm verargt wird, wenn er als Mitglied seiner politischen Partei die Wahl eines Mannes wie Mugdan im kommunalen Interesse für notwendig hält. So sehr wir seine Taufe verdammen, so sehr wir jede Taufe für sehr verwerflich finden, so bitter not war uns Mugdan im Westen. Wer Interesse für die Entwicklung unserer Stadt Berlin hat, der mußte einen Mann wählen, der gegen die Treibereien der sozialfortschrittlichen Gruppe Front macht. (Unruhe.) (Vorsitzender: Ich bemerke, daß der Herr Redner noch zehn Sekunden Zeit hat. (Heiterkeit.) Ich konstatiere, daß es mir leider infolge der verkürzten Redezeit nicht möglich ist, meine Ausführungen zu machen; ich war von der Partei beauftragt, ihre Haltung zu verteidigen. Landtagsabg. Or. Cohn-Dessau: Es mögen unter uns