Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1909-03-01 · Heft 3-4 (März 1909) · p. 245

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 3-4 (März 1909)
Article
Stenographischer Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung
Date
1909-03-01
Page
245 (sequence 23)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2316602-2316779-2316783-2341360--18930-2341498
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ordentliche Mitglieder-Versarnrnlung (Antrag Schemel). 245 brauchte. (Vorsitzender: Ich glaube nicht, daß wir uns damit noch aufzuhalten brauchen! Alle sachlichen Ausführungen habe ich zugelassen, selbst gegen den Willen der Mehrheit der Versammlung, persönliche Bemerkungen kommen immer am Schluß. (Auf Zuruf des Redners) Also es soll eine sachliche Bemerkung sein.) Es handelt sich um folgendes: Ich bekam einen Brief vom Central-Verein, unterzeichnet von Herrn vr. Holländer, worin ich gefragt wurde, ob ich nicht auch, wie verschiedene andere Herren, meine Unterschrift unter meinem Antrag zurückziehen wolle. Wäre dieser Brief vor der Veröffentlichung der Tagesordnung in der Zeitung an mich gekommen, wäre mit mir vorher darüber Rücksprache genommen und vom Vorstand die Ansicht ausgesprochen worden, die mir Herr Dr. Holländer nachher in einer Privatunterredung mitgeteilt hat, daß man an der Form des Antrags Anstoß genommen habe, so hätte sich darüber reden lassen. Nachdem ich aber erst die Anfrage bekam, als der Antrag veröffentlicht worden war, konnte ich natürlich eine Aenderung meines Antrages nicht mehr vornehmen (Sehr richtig!), sondern mußte darauf bestehen, daß der Antrag in der eingebrachten Form auch zur Verhandlung kam. Herr J.-R. Fuchs, mit dem ich darüber korrespondierte, sah auch diesen Standpunkt ein. Im übrigen bitte ich Sie, aus meinen Ausführungen die Konsequenz zu ziehen und ihrer Meinung klipp und klar dahin Ausdruck zu geben, daß das Vorgehen des Herrn J.-R. Löpinson als Vorstandsmitglied im Central-Verein gelegentlich der Wahl im 5. Gemeindebezirk nicht angebracht war, daß es im Gegenteil für den Central-Verein und für das gesamte Judentum eine schädigende Wirkung haben mußte. (Beifall und Zischen.) Herr Dr. Jos. Lewh: Meine Damen und Herren! Die Tatsachen, die uns vorgeführt worden sind, alle im einzelnen zu erörtern, will ich mir und vor allem Ihnen ersparen. (Bravo!) Ich sehe den Wert der Diskussion nach einer andern Richtung. Ich kann mir nicht denken, daß es im Interesse des Central-Vereins liegen kann, hier ein Scherbengericht zu veranstalten über ein einzelnes Vorstandsmitglied. (Sehr richtig!) Die Tatsache liegt vor, daß die Herren Schemel und Genossen der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.