Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 244 (sequence 22)
- Language
- German
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244 Im deutschen Reich. typisches Beispiel dafür ist. Wenn der Schreiber des Artikels in dem Blatt „Fm deutschen Reich" diesen Vergleich, den Herr Di. Kalis ch sehr treffend in einem Artikel der „Welt am Montag" veröffentlicht hat, (Lebh. Rufe: Aha! — Der Vorsitzende bittet, die Zwischenrufe zu unterlassen) ich halte dies Beispiel doch für ganz treffend dafür, wie in einem solchen Fall verfahren werden muß, wenn auch der Schreiber des Artikels „Im deutschen Reich" diese Ansicht nicht teilt. Als im Jahre 1906 gelegentlich der Reichstagswahl sich ein Antisemit und ein Sozialdemokrat gegenüberstanden, da trat ein Vorstandsmitglied des „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" öffentlich für den Antisemiten ein, und gab die Parole aus: Für den Antisemiten gegen den Soialdemokraten. Das war der bekannte Herr Winter, der als Vorsitzender des nationalliberalen Vereins diese Wahlparole für die Anhänger der nationalliberalen Partei ausgab. (Zuruf: Das ist doch was anderes!) Damals hat der Vorsitzende des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, Theodor Barth, Herrn Winter aufgefordert, sofort sein Amt als Vorstandsmitglied in diesem Verein niederzulegen, da er gegen den wichtigsten Paragraphen des Statuts dieses Vereins gehandelt habe. Genau so liegt dieser Fall hier. (Lachen.) Ich behaupte das; jener Fall bezog sich auf den Antisemitismus, und unser Fall bezieht sich auf eine jüdische Sache, und weil der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens jederzeit gegen das Tausjudentum Stellung nehmen muß, so hat das Vorstandsmitglied dieses Vereins gegen die Hauptaufgabe dieses Vereins verstoßen, und der Vorstand mußte die nötige Konsequenz daraus ziehen und mußte, zumal Herr J.-R. Lövinson sich freiwillig dazu bereit erklärte, sein Amt niederzulegen, das ohne weiteres annehmen. Nach alledem kann ich nicht von dem Standpunkt abgehen, daß Herr J.-R. Lövinson durch seine Erklärung, für Mugdan stimmen zu wollen, und da er es dem betreffenden Wahlkomitee erlaubt hat, von dieser Erklärung öffentlich Gebrauch zu machen, gegen die Hauptaufgabe des Vereins verstoßen hat. Nun bitte ich Sie, mich noch in einer persönlichen Sache anzuhören. (Unruhe.) Der Herr Vorsitzende betonte schon am Eingang seiner Ausführungen, daß dieser Antrag eigentlich überhaupt nicht mehr auf die Tagesordnung gesetzt zu werden