Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 243 (sequence 21)
- Language
- German
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Ordentliche Mitqlieder-Versainmlung ^Anlraq Lchemel). 243 wähnen. Wogegen wir uns aber ganz entschieden wenden, ist, daß ein Vorstandsmitglied des Central-Vereins, der gegen das Taufjudentum Stellung nehmen muß, wenn er eine Existenzberechtigung haben soll, daß ein solches Vorstandsmitglied öffentlich sich für einen getauften Juden erklärt (Beifall und Zischen). Hätte der Vorstand, als er davon Kenntnis hatte, daß Herr J.-R. Lövinson seine Unterschrift für derartige Flugblätter gegeben hatte, resp. davon, daß derartige Flugblätter mit dem Namen des Herrn J.-R. Lövinson verbreitet waren, ganz klar dazu Stellung genommen, hätte er Herrn J.-R. Lövinson erklärt: Trotz aller Verdienste, die Sie sich bereits um den Verein erworben haben — die auch wir Mitglieder des Vereins, die nicht dem Vorstand angehören, ohne weiteres anerkennen wollen — müssen Sie diese Unterschrift sofort, d. h. vor der Wahl widerrufen. Hätte der Vorstand so gehandelt, dann wäre längst Gras über die Sache gewachsen. Jeder Mensch kann einen Fehler machen. Herr J.-R. Lövinson hätte erklären sollen: Jawohl, ich habe den Fehler gemacht, öffentlich für Herrn Mugdan einzutreten, ich erkenne den Fehler an, im übrigen habe ich meine Unterschrift nicht gegeben. Hätte er eine derartige Erklärung abgegeben, resp. hätte ihn der Vorstand dazu gezwungen, dann wäre die Sache längst vergessen. Nun wurde mir weiter gesagt, daß Herr J.-R. Lövinson bereits einmal seine Demission dem Vorstande angeboten habe, der Vorstand aber in Anbetracht der Verdienste, die sich Herr J.-R. Lövinson um den Central-Verein erworben hat, ihn gebeten habe, weiter auf seinem Posten zu verharren. (Lebh. Bravo!) Sie sagen: Sehr richtig! Das mag richtig sein. Aber es war vielleicht doch im Moment ein Fehler, der Vorstand hätte im Moment die Demission annehmen müssen, um nach außen hin (Lebhafter Widerspruch) — lassen Sie mich doch ausreden — unbedingt die Tatsache festzustellen, daß der Vorstand des Central-Vereins mit Leute)!, die für das Taufjudentum eintreten, nichts gemein hat, daß er die Stellungnahme dieser Leute, die für das Taufjudentum eintreten, verurteilt. Wenn dann eine spätere Mitgliederversammlung beschlossen hätte, Herrn J.-R. Lövinson wieder in den Borstand zu wühlen, so wäre das eine Sache für sich gewesen. Ich erinnere dabei au einen ähnlichen Fall, der ein