Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 241 (sequence 19)
- Language
- German
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Ordentliche Mitglied er-Versarnrnlung (Antrag Schemel). 241 des Central-Vereins und der Generalsekretär des Verbandes deutscher Juden — als solcher interessiert er uns hier nicht — seine Unterschrift dazu gegeben habe, und es wurden daran Bemerkungen in ziemlich scharfer Weise geknüpft. Nun weiß ich, daß ein Organ, in dem diese Angriffe gegen Herrn Lövinson ganz besonders scharf hervortraten und sich immer wiederholten, im Bureau des Central-Vereins gelesen wird, und es sollte mich doch wundern, wenn die Beamten des Central-Vereins diese scharfen Artikel gegen ein Vorstandsmitglied nicht lesen und das betreffende Vorstandsmitglied oder andere Vorstandsmitglieder davon nicht benachrichtigt hätten. (Sehr richtig!) Sie werden zugeben, daß das wahrscheinlicher und die gegenseitige Auffassung die unwahrscheinliche ist. Als ich selbst in einer politischen Versammlung in Wilmersdorf darauf hinwies, daß es auch Vorstandsmitglieder des Central-Vereins gebe, die sich nicht scheuten, den Wahlaufruf für einen getauften Juden zu unterschreiben, da kam am Schluß der Versammlung ein Herr an mich heran, der sich mir als Vetter des Herrn J.-R. Lövinson vorstellte, und der es nicht für möglich halten konnte, daß der Name des Herrn J.-R. Lövinson .... (Große Unruhe, Rufe: Privatfache!) — Ich will nur sagen, daß der betreffende Herr versprach, mit Herrn J.-R. Lövinson darüber zu sprechen. Ich meine also, daß nach meiner Auffassung Herr J.-R. Lövinson von der Unterschrift Kenntnis gehabt haben muß. (Widerspruch. Zuruf: Nach der Verbreitung!) Sie scheinen zu vergessen, daß ich mich aus den Standpunkt gestellt habe, Herr J.-R. Lövinson hat nicht direkt seine Einwilligung zur Unterschrift gegeben. Ich stelle nur die Sache deswegen fest, weil er erst acht Wochen nach dem Erscheinen des ersten Flugblattes Kenntnis gehabt haben soll. Wenn ein großer Teil der jüdischen Wähler, die ich als freiwilliger Agitator für Richert. . . (Rufe: Demokratischer Agitator! Vielfache Schlußrufe und Rufe: Weiter sprechen! Ausreden lassen!) Vorsitzender: Ich bitte, jede Unterbrechung zu unterlassen. Der Redner hat das Wort. Wer bei uns das Wort bekommt, kommt auch zum Wort. (Bravo!) Herr Schemel: Ich danke dem Herrn Vorsitzenden für den Schutz und bitte Sie wirklich, mich nicht zu unterbrechen.