Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 240 (sequence 18)
- Language
- German
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40, Im deutschen Reich. wohl seine Bereitwilligkeit, für Herrn Mugdan zu stimmen, erklärt und allerdings gestattet habe, von dieser Erklärung öffentlich Gebrauch zu machen. Ich finde, daß darin ein ziemlicher Widerspruch liegt. Wenn jemand seine Bereitwilligkeit bekanntgibt, für einen bestimmten Kandidaten einzutreten, und ferner seine Bereitwilligkeit dazu, daß von dieser Stellungnahme öffentlich Gebrauch gemacht werden kann, so heißt das mit anderen Worten, daß die Flugblätter, die in Umlauf gesetzt werden, auch mit dem Namen des Betreffenden versehen werden können. (Lebh. Widerspruch.) Das ist meine Ansicht davon, und sie ist mir von verschiedenen Parteipolitikern, nicht nur von meinen Freunden, sondern auch von Gegnern in letzter Zeit sehr oft bestätigt: Es gilt als stillschweigendes Einverständnis, daß, wenn jemand zugibt, daß von der Veröffentlichung seiner zustimmenden Erklärung Gebrauch gemacht werde, dieses voraussetzt, daß auch die Flugblätter, soweit sie natürlich sachlich sind und nicht provozierenden Charakter tragen, mit seiner Unterschrift versehen werden können. Nachdem aber Herr J.-R. Lövinson erklärt hat, daß er dazu seine Bereitwilligkeit nicht gegeben hat, stelle ich mich momentan auf den Standpunkt: Er hat nur erklärt, für Mugdan stimmen zu wollen, und diese Erklärung konnte veröffentlicht werden, es hat ihm aber ferngelegen, die direkte Aufforderung zu geben, .die Flugblätter mit seinem Namen zu unterzeichnen. Stellen wir uns auf diesen Standpunkt, so müssen wir uns trotzdem ,wundern, daß Herr J.-R. Lövinson erst nach dem Stichwahltage davon Kenntnis gehabt haben soll, daß sein Name unter verschiedenen Flugblättern gestanden hat. Die Glaubwürdigkeit des Herrn J.-R. Lövinson in allen Ehren, aber Sie werden ohne weiteres zugeben müssen, daß es vom Standpunkt des Laien, der Herrn Lövinson nicht kennt, der die Tendenzen des Central-Vereins und den Vorstand nicht kennt, sehr unwahrscheinlich klingt, daß Herr Lövinson erst nach dem Stichwahltage von dieser Unterschrift unter den Flugblättern Kenntnis erhalten haben soll. Ich mache daraus aufmerksam, daß verschiedene Organe, auch jüdische Organe, seit dem Tage des Erscheinens des ersten Flugblatts immer und immer wieder darauf hingewiesen haben, daß Herr Lövinson seine Unterschrift gegeben habe. Es wurde davon gesprochen, daß es eigentümlich wäre, daß ein Vorstandsmitglied