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Im deutschen Reich · 1909-03-01 · Heft 3-4 (März 1909) · p. 239

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 3-4 (März 1909)
Article
Stenographischer Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung
Date
1909-03-01
Page
239 (sequence 17)
Language
German
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Ordentliche Mitglied er-Versanun lung lAntrag Schemel). 239 dern die Frage rein vom Standpunkt des Juden zu erörtern. Infolgedessen waren auch die Pfuirufe, mit denen ich empfangen wurde, ziemlich deplaciert; die Herren konnten ruhig warten, bis ich meinen Antrag begründet hatte. Die Stellung, die der Vorstand des Central-Vereins und dieser selbst bisher zum Taufjudentum eingenommen hat, ist bekannt, und im allgemeinen wohl auch als die richtige anerkannt worden. Mir liegen ans früheren Jahrgängen 1904, 1906, 1907, sehr interessante Artikel vor, die sich speziell mit der Frage des Taufjudentums beschäftigen, und die wohl jeder Jude ohne weiteres unterschreiben kann. So eine Rede, die Justizrat Horwitz gehalten hat, und verschiedene andere Artikel, worin in überaus scharfer Weise gegen das Taufjudentum Stellung genommen worden ist. Auch im letzten Herbst erschien ein Artikel im Organ unseres Central-Vereins, „Im deutschen Reich", von Rabbiner Or. Felix Goldmann in Oppeln, der diesen Standpunkt sehr richtig, vielleicht sogar etwas zu weitgehend erörterte, jedenfalls aber in äußerst korrekter Weise. Die Tatsache, daß der Vorstand, resp. die' Schriftleitung diesen Artikel ausgenommen hat, mußte zu der Annahme führen, daß der Vorstand in derselben überaus scharfen Weise gegen das Taufjudentum Stellung nehmen solle und werde, wie er es bisher getan hat. Leider hat sich nun herausgestellt, daß bei einigen Vorstandsmitgliedern des Central-Vereins die Stellungnahme zum Taufjudentum eine mehr theoretische war, und daß, als es sich darum handelte, die Sache in die Praxis zu übertragen, alle schönen Worte fallen gelassen wurden und das gerade Gegenteil von dem, was der Vorstand bisher in Wort und Schrift erklärt hatte, verwirklicht wurde. Sie wissen genau, welch kolossales Aufsehen es hervorrief, als gelegentlich des Wahlkampfes am 7. Oktober das erste Flugblatt erschien mit der Unterschrift unseres Vorstandsmitgliedes, des Herrn J.-R. Lövinson. Im ganzen liegen mir wenigstens sechs Flugblätter vor, die von ihm unterzeichnet worden sind; soweit mir berichtet worden ist, sollen es noch mehr sein, das kann ich nicht genau feststellen. Nun hat Herr J.-R. Lövinson, wie bekannt, in einer Versammlung des Central-Vereins eine Erklärung dazu abgegeben, die das Blatt „Im deutschen Reich" veröffentlicht hat, und in welcher er behauptet, daß er niemals seine Unterschrift für eilt Flugblatt gegeben habe, daß er

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