Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 227 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316779-2316783-2341360--18912-2341480- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ordentliche Mitglieder-Versamnrlmig lJakiresberichtV 227 Geschäftsinhaber einen solchen Gehilfen entlassen hatte, vorgekommen, daß Herr Schack vom Deutschnationalen Handlnngsgehilfenverbande sich an den liberalen Verein an diesem Platze, dessen Mitglied der betreffende Geschäftsmann war, gewandt hat mit der Aufforderung, er möge doch'dieses Mitglied beseitigen, weil es die .Koalitionsfreiheit verletzt habe. Das soll also eine Verletzung der Koalitionsfreiheit sein, wenn man nicht jemand in seiner Mitte dulden will, der im Prinzip will, daß die jüdischen Geschäftsinhaber untergehen sollen und der darauf hinwirkt, daß die sozial und gesellschaftlich vollkonrmen verdrängt und ausgehungert werden. Sie sehen, wenn es auch Unsinn ist, so hat es doch Methode! Wir haben dafür gesorgt, daß den Herren: die entsprechende Antwort von seiten des liberalen Vereins gegeben werden konnte. Neuerdings hat bei den Kaufmannsgerichtswahlen in Frankfurt am Main die rührige Frankfurter Ortsgruppe an die jüdischen Prinzipale Flugblätter versandt und hat sie aufgefordert, ja nicht die Kandidaten des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes zu wählen. Die Prinzipale wurden darauf hingewiesen, wir brauchten vorurteilslose Richter, es dürfe ihnen nicht gleichgültig sein, ob ein Antisemit in irgendeiner Sache, vielleicht gegenüber dem jüdischen Prinzipal, Recht spricht. Die F l u g b l ä 11 e r haben genützt, der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband ist wesentlich geschwächt aus dieser Wahl hervorgegangen. (Bravo!) Ueberall, wo jetzt derartige Wahlen stattfinden, werden wir nach Maßgabe unserer Mittel und unserer Kräfte dafür eintreten, daß wir uns nicht von dieser Seite bekämpfen und mit Kot bewerfen lassen. Wir dürfen diesen Leuten nicht schließlich noch bei den Wahlen die Stimme geben, sondern müssen dahin wirken, daß sie aus den Wahlkörpern ausgeschieden werden. (Bravo!) Der Sperrungsgedanke, der durch den Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband gegenüber dem Judentum angeregt worden ist, hat auch anderwärts Fortschritte gemacht, die uns bewogen haben, ihm unsere Aufmerksamkeit zuzuwssnden. Wir haben-uns damit beschäftigt, daß jüdische C h e m i k e r in den meisten chemischen Fabriken nicht mehr angestellt werden, und daß es den jüdischen Schiffsbauern sehr schwer wird, ihre Ausbildung zu vollenden, weil ihnen das aus einer Reihe von Gründen unmöglich gemacht wird, die