Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 226 (sequence 4)
- Language
- German
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226 Im deutschen Reich. blättern den Central-Verein angegriffen und haben speziell auf diesen Wahlaufruf des Central-Vereins hingewiesen. Ich habe hier ein Blatt, das in diesem Wahlkreise erscheint, das „Rheiderland". Dort sind eine große Reihe von Angriffen gegen uns veröffentlicht worden, und da es ein Amtsblatt war, mußte es unsere Erwiderung ausnehmen. Auf diesem Wege haben wir es vermocht, eine gewisse Aufklärung in der Bevölkerung zu schaffen und die Dinge zu widerlegen, die über uns behauptet wurden. In der jüngsten Zeit haben wir damit angesangen, auch die Kreise zu bearbeiten, in denen jetzt eine Wahl noch nicht direkt vorauszusehen, sondern erst in Zukunft zu erwarten ist, die aber bis jetzt durch einen Antisemiten vertreten sind. Da sind z. B. die rührigen Vorsitzenden unseres Landesausschusses Rheinland-Westfalen nach dem Westerwald in den Wahlkreis des antisemitischen Abgeordneten Behrens gefahren und haben. dort angefangen, die Juden zu mobilisieren, sie dazu zu bringen, sich darauf zu besinnen, was ihre Pflicht ist, um das nächste Mal die Wahl des Antisemiten zu verhindern. Ebenso und vielleicht noch mehr mußten wir unsere Aufmerksamkeit richten aus die Kauf m a n n s g e r i ch t s - w ahlen. Sie wissen, welche kolossale Gefahr der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband für die jüdischen Kaufleute bedeutet, wie er bestrebt ist, durch seine Auskunftei eine geheime Fehme. über die jüdischen Geschäftsinhaber zu schaffen, wie er — es ist das mehrfach schon, wenn auch nur versteckt, ausgesprochen worden — bestrebt ist, den Boykott über jüdische Geschäfte nach zwei Seiten.hin auszuführen, einerseits dahin, daß die jüdischen Geschäftsinhaber keine Ungestellten mehr bekommen, und andererseits dahin, daß sie durch ihre Kundschaft boykottiert werden. Da war es unsere Aufgabe, überall, wo wir hinkommen und im Deutschen Reiche unsere Versammlungen abhalten, unsere Mitglieder auf ihre Pflicht hinzuweisen, als Kaufleute unter keinen Umständen solche Elemente in ihrem Geschäft zu dulden. Wir haben ihnen gesagt: Ihr müßt daraus.sehen, daß ihr in eurem Geschäfte nur Angestellte habt, welche euch nicht in den Rücken zu fallen gewillt sind, und müßt den Respekt vor eurer Prinzipalswürde zu wahren wissen. jBravo!.) Da ist es in einer süddeutschen 'Stadt, wo der