Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 217 (sequence 89)
- Language
- German
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Delegierten-Bersammlrrng sFoll MngdanV 217 gehört, nicht abschwenkt, nicht gerade in diesem Moment der Partei in den Rücken fällt. Wer selber politisch tätig ist, wird die Stellungnahme des Herrn Lövinson begreifen. (Sehr richtig!) Wir hätten es allerdings auch nicht begreiflich gefunden und nicht gebilligt, wenn er sich irgendwie agitatorisch für Herrn Mugdan ins Zeug gelegt hätte. (Zuruf: Das ist gleichgültig!) Das ist nicht gleichgültig, aber wir begrüßen es mit Herrn Or. Löwenstein aus Aachen, daß diese Erörterungen wohl den Erfolg haben werden, daß die politischen Parteien Notiz nehmen werden von der Stimmung in den jüdischen Kreisen bezüglich der Kandidaturen von Täuflingen. Unsere Mitglieder mögen es sich zum Prinzip machen, prophylaktisch zu wirken und von vornherein dafür zu sorgen — ich kann Ihnen versichern, daß einzelne unserer Frankfurter Borstandsmitglieder wiederholt dahin gewirkt haben, in den .Kreisen, wo sie Einfluß haben, daß die Aufstellung von Täuflingen unterblieben ist. (Bravo!) Ich beantrage, daß keine Resolution der morgigen Versammlung vorgelegt wird, denn wir können nicht verkennen, daß, wie es auch heute war, sie nicht allseitig befriedigen kann, und wir wollen nicht unnötig eine Störung der Einigkeit heraufbeschwören. (Bravo!) Vorsitzender: Wir müssen doch wissen, in welchem Sinne wir uns morgen erklären. Es wird also keine Resolution beantragt, die morgen verlesen werden soll, sondern in dem Sinne, wie Nur uns heute geeinigt haben, wird morgen gesprochen werden. Sie haben bestätigt gesehen, was Herr Dr. Lewy gesagt hat, es sind zwei Richtungen, und Sie werden mit Engelszungen reden können und sich doch nicht überzeugen. Die einen sagen: Man muß jedem seine Freiheit lassen, und die anderen: Pfui Teufel! Wie kann man für einen Getauften eintreten. Das sind unversöhnliche Richtungen, und Sie kommen zu demselben Resultate, wie wir im Vorstarche, daß man sich auf nichts hier festlegen kann, sondern sich nur in dem Sinne aussprechen kann, wie wir das hier in der sogenannten Resolution getan haben, die keine sein soll. (Sehr richtig!) Herr Rechtsanwalt Daniel Feilchenfeld: Ich möchte eine Resolution stellen. Ich bin selbst Wähler in dem Wahlkreise gewesen und habe, trotzdem ich so viel bearbeitet wurde, Professor Richert gewählt und nicht Mugdan. Ich bin ein entschiedener Feind jeder Taufe, und trotzdem kann ich