Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 215 (sequence 87)
- Language
- German
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& cf e c\ i e r t e n **3? o r j a n i m 11 n i cj (Fall Muqdan). 215 Juden!" Ja, meine Herren, das taten dieselben Politiker, die, wie Kollege Sonnenfeld und ich schon ausgeführt haben, wiederholt getaufte Juden auf den Schild erhoben hatten.- Mal so, mal so, wias gerade trifft. Meine Herren! Meine Zeit ist abgelaufen, der Herr Borsitzende zeigt mir die Uhr! Ich hätte sonst noch vieles! über diese Agitation zu sagen, aber ich glaube, Sie verstehen aus dem, was ich angeführt habe, wohl zur Genüge, wenn ich wiederhole, wir glaubell zu schieben, und wir werden geschoben. (Sehr richtig!) Wir dürfen nicht aus unserer.Haut Riemen schneiden lassen, uns nicht als Inden für irgendwelche Zwecke anspannen lasse!:, die uns ganz fremd sind. Ich bitte Sie, keine Resolution anzunehmen. Die Geschichte hat in politischen Kreisen Berlins eine derartige Aufregung hervorgerufen, daß lvir nicht in: Central-Berein weiterkärnpsen können, da wir den Kampf gegen den Antisemitismus, den wir seit 30 Jahren Schulter an Schulter mit unseren christlichen politischen Freunden führen, keineswegs aufgeben wollen. (Widerspruch.) Nein, meine Herren, diesen Kampf geben wir keineswegs aus, wir werden ih:: weiterführen, gerade im Interesse unserer Glaubensgenossen. Ich bitte Sie, bitte Sie dringend, stärken Sie uns den Rücken und erklären Sie, uns Juden, unfern Central-Berein geht die Sache gar nichts an. (Bravo!) Rechtsanwalt Dr. H e r z fe ld-Essen: Sie haben vorhin zwei Stimmungsbilder aus der Rheinprovinz vernommen. ' Nun, ich bin auch dort und in Westfalen hermngekommen und habe ein ganz anderes Stimmungsbild mitgenommen. Das beweist, daß es draußen genau so aussieht wie hier, daß es zwei Strömungen gibt, die nebeneinander hergehen. Sie haben Redner gehört, die die Sache auf das Gebiet rein politischer Konstellationen bringen und von anderen Herren gehört, wie die Sache draußen von prononziert jüdischer Seite aufgefaßt wird. Wir haben hier lange über den Fall gesprochen, und Sie werden jetzt alle die Ueberzeugung haben, die Ihnen im Eingang als Quintessenz mitgeteilt wurde, daß wir uns eben nicht überzeugen können. Wir stehen vor der Frage, sollen wir in den Central-Berein, der zum erstenmal eine starke und große Bewegung, einen organisierten Zusammenschluß des Judentums hervorgebracht hat, ein Schisma hineinbringen, indem wir uns der einen