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Im deutschen Reich · 1909-03-01 · Heft 3-4 (März 1909) · p. 211

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 3-4 (März 1909)
Article
Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
Date
1909-03-01
Page
211 (sequence 83)
Language
German
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Delegierteu-Versammlung (Falt Mugdan). 211 ba§>, was er aufgegeben hat, für ihn einen gewissen Wert gehabt hat. Ist das, was er aufgegeben Hat, ein Nichts gewesen, so habe ich kein Recht, ihm einen nennenswerten Vorwurf dieserhalb zu machen. (Sehr richtig! und Widerspruch.) Seien wir ganz ehrlich: für einen sehr großen Teil derjenigen, die sich haben taufen lassen, ist ihr Judentum in der Tat ein Nichts gewesen, wie ihnen auch die neue Konfession ein Nichts ist; sie haben in gar keiner Weise im Judentum gewurzelt, und demgemäß haben sie nichts für sie Wertvolles ausgegeben. Für uns, die wir hier sind, ist das Judentum etwas Wertvolles, und so werden Sie mit vollem Recht jeden einzelnen von uns, der sich taufen läßt, als ein überaus minderwertiges Individuum ansehen. Aber wir haben nicht das Recht, von uns auf andere zu schließen. (Sehr richtig!) Dazu kommt noch eins: Sie werden möglicherweise in einer großen Stadt wie Berlin eine ganze Reihe von Persönlichkeiten finden, die sehr wohl geeignet sind, irgendeinen hervorragenden Posten auszufüllen. Es ist vorhin schon davon gesprochen worden, daß die Ausdehnung der Vereinstätigkeit in der Provünz. vielfach auf Schwierigkeiten stößt, weil dort nicht genügend Material vorhanden ist für die Vereinsvorstände usw. Wenn Sie sich vorurteilslos ansehen, auf welchem Niveau in einer ganzen Reihe von jüdischen Gemeinden eventuell Vorstand und Repräsentantenversammlung, weiter auch Vorstände von Waisenhäusern usw. stehen, werden Sie finden, daß die Zahl derer, die zu den sogenannten besseren Kreisen gehören, befähigt und gewillt sind, derartige immerhin einige Ansprüche an den Inhaber machende Stellen zu übernehmen, eine verteufelt kleine ist. Wir haben vielfach in kleineren Städten gar nicht das notwendige Material für den Dienst in der Öffentlichkeit, wenn Sie auf die Täuflinge vollkommen Verzicht leisten. Wir sind in einer ganzen Reihe von Gegenden gezwungen, solche Leute, die ausgetreten sind aus einer Gemeinschaft, die ihnen nichts weiter geboten hat, als Mitarbeiter gutzuheißen, sofern sie sonst anständige und brauchbare Männer sind und nicht antisemitischen Neigungen huldigen. Die Sache liegt freilich anders, wenn ein Getaufter erklärt, die und die Sache berührt mein evangelisches Gewissen. (Sehr gut.) Herr Rechtsanwalt Dr. Hinrichsen - Hamburg: Mein

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