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Im deutschen Reich · 1909-03-01 · Heft 3-4 (März 1909) · p. 201

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 3-4 (März 1909)
Article
Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
Date
1909-03-01
Page
201 (sequence 73)
Language
German
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Dclc gierten-Versamnifintg (Fall Aiu g d cur). 201 rulr dtlrch die Berliner Verhältnisse zu einer Bedeutung künstlich hinaufgeschraubt worden ist, für' die nur die Berliner das richtige Verständnis haben — wir haben ja hier von den Herren aus Süddeutschlandinsbesondere gehört, daß sie absolut kein Interesse für die Erörterung des Falles Mugdan an sich haben. (Zuruf: Schlimm genug!) Aber der Fall hat zu einer weiteren Erörterunggeführt, und da kommen wir zu einer, wie auch die heutige Diskussion schon gezeigt, hat, außerordentlich schwierigen Frage, nämlich der Frage: wie sollen Nur einen allgemeingültigen Grundsatz für die Stellungnahme der Juden zu den Kandidaturen getaufter Juden feststellen? Ich stehe auf dem allerextremsten Standpunkt in dem Kampf gegen die jüdischen Täuflinge, ich sehe in ihnen die schlimmsten, die gefährlichsten Feinde, die uns in den Rücken fallen. (Bravo 0 Aus dieser Gesinnung heraus habe ich redlich mitgearbeitet an den zahllosen Erörterungen im Vorstände, eine Formel zu finden, die wirklich einen allgemeingültigen Grundsatz aufstellt. Wir haben so und so viel Resolutionen nach laugen Erörterungen gefaßt, und wenn wir die Resolution nachher in Ruhe durchgelesen haben, so sind wir zu der Ueberzeugung gekommen, auch diese Resolution paßt nicht für alle Fälle. Schließlich sind wir zu dem Ergebnis gekommen, daß es in der Tat unmöglich ist, einen allgemeingültigen Grundsatz in dieser Frage aufzustellen. Ich bitte Sie, dabei nicht zu vergessen, daß das Gebiet, auf welchem der Grundsatz zur Anwendung gelangen würde, viel größer ist als es aus Anlaß des Falles Mugdan scheint. Der Fall Mugdan beschränkt sich auf eine Stadtverordnetenwahl. Wir haben aber auch Kammerwahlen, Wahlen zum Vorstand der Aerztekammer usw. Ich schlage Ihnen daher vor, sich, wenn möglich, einstimmig auf dem Beschlüßen einigen, der das Ergebnis unserer langwierigen Erörterungen bildet und der lautet: „Wir . bekämpfen die nicht von religiöser Ueberzeugung getragene Taufe, wo und wann wir können, wir können aber nicht verhehlen, daß ein allgemeingültiger Grundsatz für die Stellungnahme von Juden gegenüber der Kandidatur getaufter Juden sich nicht aufstellen läßt/" Vorsitzender: Der angeführte Beschluß ist nicht als Resolution gedacht, die morgens verlesen werden soll, sondern lutr wollen nur unsere Meinung hier festlegen. Das soll

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