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Im deutschen Reich · 1909-03-01 · Heft 3-4 (März 1909) · p. 199

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 3-4 (März 1909)
Article
Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
Date
1909-03-01
Page
199 (sequence 71)
Language
German
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Delegierten-Versalitittlnng (Fall Mugdan). 199 dieser Sache in der Zeitschrift des Centrat-Vereins nnrd Ihnen bekannt sein. Ich habe damals meine Meinung in dieser prinzipiellen Frage dahin zusammengefaßti durch die Mitgliedschaft zum Central-Verein soll niemand in seiner politischen Meinungsäußerung eingeschränkt werden, er soll weder sich seiner politischen Tätigkeit überhaupt begeben, noch gar dazu genötigt sein, seine Stimme bei einer politischen Wahl gegen seine bessere Ueberzeugung abzugeben, lediglich aus Rücksichten, die ihm die Stellung im Central-Verein auferlegen könnte. An dieser Meinung mußich festhalten trotz aller Angriffe, denen ich im Laufe der letzten Monate ausgesetzt war. Es ist Ihnen schon mitgeteilL worden, daß ich in demselben Augenblick, als das Recht meiner freien politischen Betätigung in Zweifel gezogen wurde, meine Stellung im Vorstand und im Verband der deutschen Juden den betreffenden Organisationen zur Verfügung gestellt habe. Ich habe die Antwort erhalten, sowohl hier, wie im Verband der deutschen Juden, daß man meine politische Betätigung nicht für einen Grund hält, mich von diesen Stellen zurückzuziehen. Ich darf hinzufügen, daß ich bei aller Liebe und Treue, mit denen ich die Opfer hier in langer Arbeit gebracht habe, ich mich trotzdem in demselben Augenblick freudig aus der Betätigung hier zurückziehen würde, wenn ich der Ueberzeugung wäre, daß auch nur eine nennenswerte Minorität in den für mich maßgebenden Freundeskreisen der Meinung wäre, daß meine sonstige Tätigkeit mit der Tätigkeit im Verein nicht mehr vereinbar ist. Es freut mich, daß derartige Divergenzen nicht vorhanden sind, und ich glaube, daß wir das auch in der öffentlichen Versammlung morgen bestätigen müssen. Der Eindruck der Versammlung im Dezember war ja vielleicht der, daß große Kreise an meiner Tätigkeit Anstoß nehmen. Es ist mir aber später bestätigt, zum Teil ja auch in der Zeitschrift und durch Zuschriften erklärt worden, daß mein Rücktritt nicht gewünscht wird. Damit würde ich mich begnügen können. Ich meine aber, daß ich in keiner Weise Veranlassung habe, hier mit meiner politischen Meinung zurückzuhalten. Wenn ich damals geschwiegen habe in der Dezemberversammlung, so geschah das auf Wunsch unseres verehrten Vorsitzenden Herrn J.-R. Horwitz, der meinte, daß durch die Betonung meiner von einer großen Anzahl An-

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