Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 198 (sequence 70)
- Language
- German
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193 Im deutschen Reich. stand nicht sagen: Das Thema paßt für euch nicht. Ich persönlich habe gar keinen Grund, mich zu beklagen. Es handelt sich nur um das allgemeine Interesse. Ich wollte nuü fragen, ob überhaupt Mißstände sich herausgestellt haben. Syndikus vr. Holländer: Es hat vor einigen Tagen, um nur ein kleines Beispiel zu nennen, eine Ortsgruppe geschrieben, sie möchte einen Bortrag halten lassen über jüdische Figuren in deutschen Romanen. Das ist ein sehr interessantes Thema, aber was hat das mit dem Central-Verein zu tun? (Sehr richtig!) Da müssen wir schreiben: Nehmt lieber ein Thema, das wirklich für unsere Mitglieder notwendig ist, sonst wird das Geld unnütz ausgegeben. Dann gibt es auch Themata, die unter Umständen das religiöse Gefühl der einzelnen verletzen. Dagegen müssen wir einschreiten. Daher hat der Vorstand geglaubt, auf dieses Recht nicht verzichten zu können. Vorsitzender: Es ist selbstverständlich, daß wir im allgemeinen kein Thema verbieten; es kann sich nur um Ausnahmefälle handeln. Sie haben ja Beispiele gehört. Ich glaube also, sowohl Herr J.-R. Salinger wie die anderen Herren werden durch das, was sie gehört haben, befriedigt sein. Im allgemeinen wird nichts beanstandet werden, wenn wir nicht wirklich triftige Gründe haben. Aber eine Kontrolle müssen wir allerdings immer haben. Wenigstens müssen wir Kenntnis erhalten von den Dingen, damit wir unsere Gründe, die uns bewegen könnten, etwas zu beanstanden, anführen können. Damit wäre diese Sache erledigt und wir kämen nun zum Lall mugban. Ich halte es für notwendig, daß hierüber doch noch eine Aussprache erfolgt, schon im Hinblick aus die morgige Generalversammlung. Nur möchte ich um zweierlei bitten, erstens um allergrößte Kürze und zweitens natürlich um eine ruhige, sachliche Debatte. J.-R. L ö v i n s o n: Sie werden es begreiflich finden, daß ich den Wunsch habe, vor der Delegiertenversammlung mit wenigen Worten meinen Standpunkt in dieser weit über Gebühr erörterten Frage darzulegen. Meine Erklärung zu