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Im deutschen Reich · 1909-03-01 · Heft 3-4 (März 1909) · p. 194

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 3-4 (März 1909)
Article
Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
Date
1909-03-01
Page
194 (sequence 66)
Language
German
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194 Im deutschen Reich. durch also doch die Leute wieder vollständig zerstreut werden in ihrem Wissen. Die andern Herren scheinen von diesen Vorträgen nichts zu halten; ob mit Recht oder Unrecht, will ich unentschieden lassen. Aber von Diskussionsabenden halte ich auch nicht viel. Sie werden mir zugeben, daß die jungen Leute von 19 und 20 Jahren noch nicht allzuviel gelernt haben und daß da recht viel unreifes Zeug gesprochen werden wird, vieles, was besser nicht gesprochen würde. (Zuruf: Das ist bei Erwachsenen auch so!) Was Erwachsene tun, darf die Jugend noch lange nicht tun. Ich glaube, daß da sehr viel gesprochen wird, woraus für die Jugend absolut kein Nutzen erwächst. Immerhin muß ich anerkennen, daß die Frage verdient, ganz genau studiert zu werden. Sowohl-die Katholiken wie die Protestanten suchen heute die Jugend zu fassen, sei es auf religiösem Gebiet, sei es durch allgemein bildende Vorträge. Eine große Schwierigkeit liegt auch darin, daß unsere jüdische Jugend durch die verschiedensten Gegensätze auseinandergerissen wird. Wir haben Orthodoxe und Liberale, wir haben Bankiersöhne, wir haben Handwerker usw. Speziell in Karlsruhe würden sich bei Gründung eines solchen Vereins außerordentlich viel Schwierigkeiten ergeben, ich glaube, er würde in ganz kurzer Zeit wieder zerfallen. In diesem Urteil haben mich die Ausführungen des Herrn aus Düsseldorf bestärkt. — Man sagt, es sollen nur jüngere Leute an die Spitze treten. Auch da kann nicht viel dabei herauskommen, denn die eigentliche Leitung muß doch von Erwachsenen, überlegten Leuten in die Hand genommen werden. (Widerspruch.) Sonst kommt nichts dabei heraus wie Geschwätz. Wenn Sie etwas Positives erreichen wollen, müssen Sie einen Plan haben und zielbewußt Vorgehen. Was nützt es, wenn Sie da diskutieren? — (Der Vorsitzende erinnert daran, daß die Sprechzeit abgelaufen sei.) Ich möchte mit einem versöhnenden Worte abschließen: Ich begrüße die Bestrebungen, die vorliegen, erkenne den warmen Eifer meines Kollegen Jakob sowie der beiden Herren Juristen an und wünsche, daß der Central-Verein sich weiter mit dieser Frage beschäftigt. (Bravo!) Herr Rechtsanwalt Dr. Hinrichsen - Hamburg: Ich will meine Resolution kurz begründen. Wir sind in der Sache einig, wir sympathisieren mit den. Jugeudvereinen. Ich habe aber aus den Worten der Herren Referenten, namentlich der

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