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Im deutschen Reich · 1909-03-01 · Heft 3-4 (März 1909) · p. 193

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 3-4 (März 1909)
Article
Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
Date
1909-03-01
Page
193 (sequence 65)
Language
German
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Delcgierteu-B('rsmilmlrrrig (Orgaitifniioir der jiib. Jugend). 193 des Hauses, und ich bleibe dabei, daß derjenige, der es versäumt, im Hause seinen Sohn oder seine Tochter in geeigneter Weise jüdisch zu erziehen — ich spreche da nicht von Religion, ich verlange keine Heuchelei —, der aber seinen Kindern nicht von den Makkabäern erzählt oder ihnen zu derselben Zeit, -00 er das Chanuka-Licht anzünden müßte, einen Weihnachtsdaum anzündet, der versündigt sich gegen die Jugend. Ich möchte an dieser Stelle nicht versäumen, der Tätigkeit des Herrn Dr. Apfel die größte Anerkennung zu zollen. Herr Or. Apfel hat sich als Organisator ganz kolossale Verdienste erworben um die Zukunft der jüdischen Jugend. (Bravo!) Also ich bitte nochmals: Machen Sie die Eltern darauf aufmerksam, in der Zeitschrift des Vereins, in Versammlungen, wo Sie können: Seid zu Hause jüdisch — nicht religiös, das mag jeder mit sich abmachen —, aber seid Juden mit dem Herzen. (Bravo!) Herr Hermann Blumenthal - Halle: Seit zirka zwei Jahren ist auch von der Großloge von Deutschland die Gründung von Jugendvereinen in sämtlichen deutschen Logen angeordnet worden. Nun kommt der Central-Berein deutscher Staatsbürger mit demselben Bestreben. Wie sollen wir uns dazu stellen? Es wird Verwirrung entstehen, wenn der Vorsitzende der Ortsgruppe, wie z. B. ich, zugleich Vorsitzender der Loge ist. Mein Wunsch geht dahin, nicht gesondert vorzngehen, sondern in Gemeinschaft mit der Großloge. (Zuruf: Selbstverständlich!) Herr Rabbiner Dr. Appel- Karlsruhe: Ich habe mich theoretisch schon sehr viel mit dieser Frage beschäftigt, habe aber praktisch noch zu keinem Ergebnis gelangen können, weil die Schwierigkeiten der Sache speziell in meiner Gemeinde, mich noch nicht zu einem Entschluß haben kommen lassen. Nun habe ich heute wieder drei Vorträge gehört, aber ich muß sagen, etwas praktisch Greifbares habe ich doch nacht daraus entnommen. (Sehr richtig!) Herr Dr. Jakob hat ja noch am greifbarsten gesprochen — ich will damit nicht die beiden andern jungen Herren beleidigen —, aber er hat sich auch in einem Widerspruch bewegt. Er sagte, wir wollen keine einzelnen Borträge halten bald über diesen, bald über jenen Gegenstand, hat aber dann eine ganze Reihe von Vorträgen genannt, die sich auf verschiedenen Gebieten bewegen, wo-

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