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Im deutschen Reich · 1909-03-01 · Heft 3-4 (März 1909) · p. 179

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 3-4 (März 1909)
Article
Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
Date
1909-03-01
Page
179 (sequence 51)
Language
German
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Delegiertel r-Ver s am mlu n g (Organisation der jüd. Zugeud). 179 den Charakter des Vereins verwischen würden, wird, so gut gemeint es fein mag, als störend und beengend empfunden. (Sehr richtig!) Noch weniger dürfen diese Vereine gewissermaßen unter Kuratel irgendeiner Organisation oder Partei stehen uub für deren auch noch so billigens werte Interessen immittelbar dienstbar gemacht werden. Auch Schüler gehören nicht in solche Vereine. (Sehr richtig!) Mail würde ferner die Wirksamkeit dieser Vereine sehr beeinträchtigen, wenn ihre Tätigkeit lediglich eine Nachahmung des üblichen Vereinstreibens bliebe, das heißt, wenn sie nur in der Abhaltung einzelner Vorträge, die unter sich keinen Zusammenhang haben, und allenfalls aus einem geselligen Anhängsel bestünden, und die jungen Leute nur zu diesen Vorträgen zusammenkämen, um alsbald wieder auseinanderzugehen. Sollen sie wirklich erziehlich wirken, so muß ein etwas strafferer Zusammenhang unter den Mitgliedern erstrebt werden. Nicht daß Freundschaft erzwungen werden soll, wo sie nicht öou ]eI6ei* entsteht, aber der Verein muß seinen einzelnen Mitgliedern, besonders den jüngeren gegenüber, zu einer moralischen Macht werden, die die Unbescholtenheit nicht um für den Eintritt, sondern ailch während der Zugehörigkeit fordert und durch beu Geist des Ganzen und den Einfluß der Besten veredelnd und erziehend lvirkt. Was aber die Darbietungen anbelangt, so können einzelne Vorträge wohl zerstreuen und unterhalten, orientieren und anregen, aber niemals gründlich bilden. Wie die Zeitung nicht bildet, sondern nur das Buch, und es ein Fehler unserer Zeit ist, daß sie ihre Bildung aus Zeitungen schöpfen zu können meint (Widerspruch), so wird eine aus Borträgen zusammengehotte Bildung ohne Tiefe, ohne organischeu Zusammenhang bleiben, und eben darum nicht diesen Nanren verdienen. Auch richtet sich die Aufmerksamkeit bei solchen, zumal auswärtigen, Rednern zu leicht auf die äußerlichen Qualitäten des Vortragenden, die Ansprüche werden zugleich zu niedrig und zu hoch, das eine in bezug auf der: Gehalt,: das andere in bezug auf die Form. Was ich fordere, das sind z u s a m in enhängende Vort r ä g e , Zyklen oder Vorlesungen über ein bestimmtes Gebiet, und daneben einzelne Vorträge, wenn möglich ans den Kreisell der Mit- . glieder oder einheimischer Freunde und Gönner. In dieser

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