Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 159 (sequence 31)
- Language
- German
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Delegierten-Versammlung (Satzungsentwurf). 159 Tochter noch gebrochen, und nns allen Lut ja das Herz Weh, wenn wir an diesen Fall denken. Von unserem hochverehrten Freunde, Herrn Dr. Feldmann aus Stuttgart, ist der Vorschlag eingegangen, an Herrn J.-R. Dr. Horwitz ein Telegramm abzusenden, in dem wtr sein Fernbleiben lebhaft bedauern und die Hoffnung aussprechen, ihn morgen wieder in unserer Mitte zu sehen. Ich darf die einmütige Stimmung der Versammlung dahin auffassen, daß dies Telegramm abgesandt wird. (Zustimmung.) Wir kommen nun zu den noch nicht erledigten Anträgen. Von Frankfurt und Berlin N, NO liegen Anträge auf Streichung resp. Abänderung der Sätze vier und fünf des ß 12 vor. Nach kurzer Begründung durch die Antragsteller verzichtet der Borst a n b durch den Vorsitzenden auf die Au fr e ch t e r h a l tu n g dieser Sätze. Die weiteren zum § 12, Abs. 1, Satz 4 und 5 vorliegenden Anträge, u. a. ein Antrag, wonach jedes Mitglied einer Ortsgruppe angehören muß, werden nach kurzer Diskussion abgelehnt. Referent Rechtsanwalt W r e s ch ner: Von Frankfurt aus ist noch der Antrag gestellt, daß die Delegierten nicht bloß Anspruch haben sollen auf Ersatz der Fahrkosten II. Klasse, sondern auch der Aufwandskosten. Der Vorstand hat seinen Beschluß, nur die Fahrkosten zu gewähren, nach wiederholten Beratungen im Interesse der Vereinskasse gefaßt, da die Gewährung der Aufwandskosten nach der Schätzung unseres Herrn Syndikus mehrere Tausend Mark ausmachen würde. Dazu kommt, daß die Delegiertenversammlung auch häufiger als zwei Jahre stattfinden kann. Das wäre dann' ein sehr reures Vergnügen. Herr Dr. Mainzer-Frankfurt: Wir haben unfern Antrag im Interesse des Vereins gestellt, um zu verhüten, daß er einen plutokratischen Charakter annimmt. (Unruhe.) Wenn wir nur die Fahrtkosten gewähren, machen wir es Leuten, die nicht im Besitz des großen Geldbeutels sind, unmöglich, z. B. aus München oder Konstanz auf mehrere Tage als Delegierte nach Berlin zu kommen. Herr Dr. R. Geiger - Frankfurt: Nachdem Sie die Aufgaben der Mitgliederversammlung aus die Delegiertenoersammlung übertragen haben, deren Vertreter aus allen Teilen des Reiches zusammenkommen, dürfen Sie die Diäten