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Im deutschen Reich · 1909-03-01 · Heft 3-4 (März 1909) · p. 154

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 3-4 (März 1909)
Article
Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
Date
1909-03-01
Page
154 (sequence 26)
Language
German
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154 Irn deutschen Reich. giertenversammlung einen andern z-u wählen. (Sehr richtig!) Jeder Delegierte hat also ein Interesse daran, sich des Einverständnisses seiner Mandanten zu versichern und für sie einzutreten. Das Interesse jedes Mitgliedes wird also gerade dadurch erhöht werden, daß es weiß: Ich bin bei den maßgebenden Beschlüssen vertreten, ich habe, wenn auch nicht unmittelbar, so doch einen eminent mittelbaren Einfluß auf diese Beschlüsse. Ich bitte Sie daher, den Antrag Frankfurt abzulehnen. . Vors i tz eitber: Es ist Schluß der Diskussion beantragt. (Bravo!) Herr O p p e n h e i m - München: Ich bitte Sie, den Schlußantrag abzulehnen mit Rücksicht darauf, daß Süddeutschland weder vorher noch jetzt zu Worte gekommen ist. In dieser wichtigen Frage möchten wir Süddeutschen doch auch ein Wort mitsprechen. Wir kommen aus einem Lande, wo wir keine leichte Arbeit haben, die Grundsätze des Central-Vereins zu vertreten. Hier im Ausschuß sitzt ja ein Mann, der genau weiß, wie schwer wir dort Fuß fassen können. Dir. M ainzer - Frankfurt: Da der Antrag auf Schluß der Debatte gestellt ist, will ich nur kurz auf die Kautelen Hinweisen, die in unserm Entwurf gegeben sind nach der Richtung hin, daß wir der Mitgliederversammlung keineswegs große Rechte in der Praxis konzedieren wollen; wir wollen sie nur als Möglichkeit schaffen. Ich würde es als eine Ungerechtigkeit empfinden, nicht nur den Frankfurtern, sondern allen Süddeutschen gegenüber, — bie wohl aus einem gewissen gemeinsamen politischen Empfinden heraus ähnliche Tendenzen vertreten, wie wir in unserm Entwurf, — wenn man in einer prinzipiell so überaus wichtigen Sache so kurzweg die Diskussion abschneiden würde. (Bravo! und Schlußrufe.) Vorsitzender: Mir ist es nicht recht klar geworden, und ich glaube, daß darüber ein Mißverständnis besteht, wie es möglich ist, daß gerade die Berliner gegen die Mitglieder- Versammlung und die Süddeutschen für die MitgliederversamMlung sind. (Heiterkeit.) Eine Mitgliederversammlung kann doch, wenn Sie die Leute nicht bezahlen, nur in Berlin sein. Zweitens, wenn wir eine Mitgliederversammlung haben

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