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Im deutschen Reich · 1909-03-01 · Heft 3-4 (März 1909) · p. 137

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 3-4 (März 1909)
Article
Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
Date
1909-03-01
Page
137 (sequence 9)
Language
German
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Delegürten-Verscuitmluug (Falt Acugdan). 137 die Zusammenarbeit unmöglich. Wir müssen uns fragen, ob es denn unser Verein wirklich notwendig hat, vor seinem Forum die Differenzen der Weltanschauung, die Herr Dr. Lewy Ihnen so klar auseinandergesetzt hat, zum Austrag zu bringen. Ich bin der Meinung wie er, daß das vor unser Forum nicht gehört. Vor unser Forum gehört das, was in unserm Statut als Zweck des Vereins angegeben ist, und da finde ich sowohl in dem alten Entwurf als auch in dem neuen und auch in demjenigen, den unsere Frankfurter Freunde vorgeschlagen haben, den einzigen Satz: „Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens bezweckt, die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens, ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung, zu sammeln, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung und in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken." Wenn Sie diesen Wortlaut nicht zwingen wollen, dann können Sie nur mir beistimmen, wenn ich sage, daß die Frage, ob wir unter keinen Umständen einen getauften Juden wählen dürfen, nicht zu unserer Kompetenz gehört. Zu unserer Kompetenz gehört, daß wir von jedem Mitglied unseres Vereines verlangen, daß es in keiner Weise den Antisemitismus fördert. Damit aber endet sie. Wenn ich Mitglied des Vereins werde, so verzichte ich damit nicht auf die Ausübung meiner staatsbürgerlichen Rechte, sondern ich will mir die Möglichkeit verschaffen, sie noch stärker zu betätigen. Nun hat die Frage, um die es sich handelt, ungewöhnliches Aufsehen erregt. Wir Juden, auch wir deutschen Juden, haben ein starkes Temperament, und wenn der Vorschlag kommt, einen unserer führenden Männer, wie unfern Freund Lövinson, fallen zu lassen, der sich wie selten einer im Verbände deutscher Juden und im Central- Berein um die Kleinarbeit verdient gemacht hat, um die Arbeit, die nicht identisch ist mit dem Auftreten in stark besuchten Volksversammlungen, sondern die gemacht sein will in arbeitsreichen Abenden und Nächten, wenn die anderen Herrschaften sich in Versammlungen oder sonst amüsieren — sage ich, so ist dieser Vorschlag aus dem Temperament und nicht mit dem Verstände hervorgegangen. Wir aber müssen hier erwägen, daß wir nicht eine Volksversammlung sind, sondern daß wir einen großen Teil, ich sage den führenden

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