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Im deutschen Reich · 1909-03-01 · Heft 3-4 (März 1909) · p. 134

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 3-4 (März 1909)
Article
Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
Date
1909-03-01
Page
134 (sequence 6)
Language
German
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134 Im deutschen Reich. äußerungen ganz unterdrücken wollten. (Widerspruch.) Denn, meine Herren, wir müssen uns darüber klar sein, daß wir auch in diesem relativ kleinen Kreise in dieser Beziehung divergierende Anschauungen haben (Sehr richtig!), daß wir — wie ich zu meiner Genugtuung konstatieren darf zum ersten Male — an einem Punkte angelangft., sind, wo unsere Meinungen niemals unter einen Hut zu bringen sein werden. Wir haben ein einmütiges Zusammengehen bisher ermöglichen können, weil wir den klaren Grundsatz seit der Gründung des Vereins ohne Schwierigkeit durchführen konnten: Wir wollen uns niemals mit der Frage beschäftigen, ob jemandliberal, Sozialdemokrat oder nationalliberal oder was sonst iu; wir wollen uns auf den neutralen Boden stellen, auf den alledeutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens treten können ohne Rücksicht auf ihre politische Ueberzeugung und religiösen Anschauungen. Das ist auch der einzige Grundsatz, der durchführbar ist (Sehr richtig!), soweit wir das erreichen wollen, was wir erstreben, wenn wir im vollsten Sinne des Wortes ein Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens sein und bleiben wollen, der alle umfaßt, die mit uns an dem gemeinsamen Ziele arbeiten wollen, den Antisemitismus zu bekämpfen und für unsere staatsbürgerliche Gleichberechtigung einzutreten. Es gibt Herren, die sagen: Es kann ein getaufter Jude niemals für uns Juden eine akzeptable parlamentarische Erscheinung sein. Es wird ein solcher getaufter Jude, wenn er einmal in die Verlegenheit kommen sollte, bei einer Frage, die das Judentum interessiert, sprechen zu müssen, vielleicht das richtige Wort zur richtigen Zeit finden, aber er wird das Judentum auch, wenn er sich seiner Interessen annehmen wollte, immer doch gleichzeitig dadurch bloßstellen, daß es sich vertreten lassen muß durch einen getauften Juden. Wie Sie das Problem auch hin- und herwenden, Sie werden sich immer darauf beschränken müssen, zu sagen: einfür allemal können wir eine zutreffende Direktive seitens des Central-Vereins nicht geben. Wir brauchen sie auch nicht zu geben, wenn wir uns darauf beschränken, den Einzelfall zu prüfen und zu sehen, wie die Dinge im einzelnen liegen. Es gibt ja Fälle, bei denen man nicht im Zweifel sein wird, daß das (xirrireien Htr pt.ttptt aetauiten ^uden unter Umständen UN er--

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