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Im deutschen Reich · 1909-02-01 · Heft 2 (Februar 1909) · p. 112

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 2 (Februar 1909)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1909-02-01
Page
112 (sequence 4)
Language
German
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3 3 2 Im deutschen Reich. offenkundigen Tatsache wagen manche nach den Ostrnarken versetzte deutsche Beamten, die dort noch kaum Wurzel gefaßt haben und zum Teil uux durch besondere Vergünstigungen festzuhalten sind, den deutschen Juden das rechte Heimatsgesühl abzusprechen, weil viele derselben, wenn auch kummervoll, und mit schwerem Herzen die Heimat meiden, die ihnen nicht nur die Polen, sondern auch der Rassendünkel gerade solcher deutscher Beamten unleidlich gemacht hat, die selbst kaum besondere Liebe für Orte besitzen, die ihnen früher fremd waren und an die sie nichts fesselt als ihre Dienstpflicht. Nachdem aus einer Direktorialkonferenz in Posen der Direktor v, Sauden vom Amos Comenius-Gymnasium ht Lissa in ähnlicher Weise sich über das Heimatsgesühl seiner jüdischen Schüler geäußert und dabei gesagt hatte, daß die deutschen Juden höchstens durch das Jarniliengesühl, aber nicht durch Heimatsliebe mit den Ostmarken verbunden seien, die sie ja massenhaft verlassen hätten, um im Osten Deutschlands angenehm zu leben, habe der Vorstand des Central-Vereins an den Kultusminister eine Beschwerde gerichtet. Daraus sei ein in der Form verbindlicher aber sachlich nichtssagender Bescheid mit der Zusicherung erfolgt, daß Herrn v. Sanden jede Absicht, die Juden zu beleidigen,'ferngelegen habe. Die deutschen Juden, die überall, besonders aber in den deutschen Ostmarken echt vaterländische Gesinnung bekunden und für diese in den Ostmarken die schwersten Opfer gebracht haben und noch bringen, haben aber ein Anrecht aus Schutz gegen solche Kränkungen. Sie müssen sich deshalb im Central-Berein als deutsche Staatsbürger zusammenschließen, treu ihrem Glauben und treu ihrem Baterlande, die Organisation der Selbstverteidigung kräftigen und ausbauen, damit sie dahin gelangen, daß künftig sich niemand inehr erdreisten darf, ihnen Heimatsgefühl und Heimatsliebe abzusprechen. — Lebhafter Beifall folgte dem Vortrag; dann widmete tut Namen der Versammlung und des Ortsgruppenvorstandes Herr Sanitätsrat vr. Hahn dem Redner herzliche Dankesworte. Rach Eröffnung der Diskussion wurde aus der Mitte der Versammlung unter allgemeiner Zustimmung angeregt, den Vorstand zu ersuchen, die Angelegenheit v. Sanden weiter zu verfolgen und möglichst zu veranlassen, daß sie bei der Beratung des Kultusetats in der Volksvertretung zur Sprache

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