Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-02-01
- Page
- 111 (sequence 3)
- Language
- German
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ÄecemsnaHclHreu. 11] von )citen einer Parteileitung für die jüdifchell Wähler eine schwere Verletzung bedeutet, weiß man überall. Die Parteileitnngen können aber auch in solchen Fallen schwer über das Vorgehen ihrer lokalen Organisationen hinaus. Will man auf diese Einfluß gewinnen, so nutzen die schönsten Resolutionen nichts. Statt sich durch Lügen gewissenloser jüdischer Agitatoren aufregen zu lassen, hätten diejenigen, die ihr jüdisches Empfinden jetzt so stark in der Oesfentlichkeit betonen, besser getan, im Kreise i h r e r p o l i t i s ch e n P a r t eigenossen über die Aufstellung getaufter Kandidaten sich zu entrüsten. — Die älteste Ortsgruppe des Eentral-Vereins, die Berliner G r u p p e N. u n d N0., hielt am 18. Januar in dem großen Saale der Brauerei Königstadt eine zahlreich besuchte Versammlung ab, die Herr Sanitätsrät Dr. L u d w i g Hahn mit einer Begrüßungsansprache einleitete. Hieran schloß sich ein Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Robert Wohlberg über das Thema „Das Heimatgefühl der deutschen Juden". Der Redner schilderte in fesselnder Weise, wie sich die Liebe zur Heimat selbst unter den allerschwierigsten Verhältnissen gerade bei unseren Glaubensgenossen in den deutschen Ostmarken offenbart, die, von den Polen wegen ihrer Anhänglichkeit an deutsche Sprache und Sitte angefeindet, von den mit Vorliebe nach den Ostmarken entsandten „arischen Chauvinisten" unter den deutschen Beamten gesellschaftlich und geschäftlich boykottiert, einen unbeschreiblich schweren Kampf ums Dasein zu bestehen haben. Sie führen ihn unentwegt und bleiben dem Boden treu, auf dem ihre Wiege stand und der ihren Ahnen die letzte Ruhestätte bot, solange dies möglich ist, ohne dem Proletariat zu verfallen oder bis die schwere Sorge um die Zukunft geliebter Kinder sie veranlaßt, die östliche Heimat mit dem Aufenthalt in einer Großstadt zu vertauschen. Aber auch dort haftet ihre liebevolle Erinnerung an der alten kleinstädtischen Heimat, die sie so häufig als möglich wieder aufsuchen und der sie, wenn ihnen inzwischen anderwärts das Glück gelächelt hat, vielfach durch reiche Spenden und Legate Beweise herzlicher Anhänglichkeit liefern, die nicht nur ihren dort verbliebenen Glaubensgenossen, sondern allen ihren früheren Mitbürgern zustatten kommen. Aber trotz dieser