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Im deutschen Reich · 1909-02-01 · Heft 2 (Februar 1909) · p. 95

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 2 (Februar 1909)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1909-02-01
Page
95 (sequence 15)
Language
German
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Umschau. öficiiUtcljeii Meinung und geht daran zugrunde." Aber die sich als Arier fühlenden österreichischen Liberalen sehen es auch noch nicht ein, daß genau so wie infolge der Zurücksetzungen der Juden in den Ostmarken durch die kurzsichtigen Alldeutschen die Polen leichtes Spiel haben, die deutschen Christlich-Sozialen beständig Nüder Willen den Czechen in die Hände arbeiten. Im österreichischen Reichsrate oeranlaßte vor einigen Wochen die Aeußerung des Czechen Dr. Horsky, die Deutschen in Böhmen stellten mir durch die Hinzuzählung der Juden noch eine starke Minderheit dar, den freisinnigen deutschen Abgeordneten P e r gelt zu der charakteristischen Replik: „Wir sind aus die Juden nicht angewiesen: wir schenken euch die Juden!" Darauf las der jüdische Abgeordnete K u r a n d a seinem Parteigenossen Pergelt mit folgenden Worten den Text: „Wenn Herr v. Stranstg die schärfsten Angriffe gegen die Inden richtet, so lassen sie mich ebenso gleichgültige a l s wenn ei n M i t g l i e d e i n e r P a r t e i, lue l ch e de n I u b e n p it n f t i m P r o - g r a m in h a t, d i e I u d e n als M i t st r e i t e r i m n a t i o - n a l e n K a m p f e von s i ch w e i st. A b e r das hätte i ch u i ch t e r io artet, d a ß in einem f a st s o l e n n e n M o - meiiU der G e n e r a l r e d n e r der Deutschen und gerade der Deutsch b ö h m e n, ein Mitglied der D e u t s ch e n F o r t s ch r i t t s p a r t e i und ein s o h o ch - an gesehene r M an n w i e d u , in so vo e g w e r f e n d e r W eise die j a h r z e h n t e l a n g e M ttftrcite r s ch a f t d e r d e u t s ch - b ö h m i s ch e n Indens ch a f t v e r l e n g n e t u n d auf i h re Mithilfe zu v e r z i ch t e n e r klart, in einer Rede, welche mit dem Appell an alle nichtczechischen Mitglieder des Hauses geschlossen hat, die Deutschen in Böhmen in ihrem Kampfe zu unterstützen. Wenn du die Namen ans den herabgerissenen Firmentafeln in Königinhof und in Laibach liest, so wirst du darauf fast keine anderen Namen finden als jüdische. Herabgerissen wurden diese Tafeln wegen des deutschen Bekenntnisses. Für das Deutschtum zu leiden ist uns erlaubt, der Rechtsschutz, der für die Deutschen gefordert wird, wird aber den für das Deutschtum leidenden Juden nicht gewährt. Ich kann nur ans das Tiefste bedauern, daß gerade du es warst, der diese Worte gesprochen hat." Dr. Pergelt erwiderte, es seien diese Worte in der Erregung gefallen.

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